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24.09.2026

Vom Gesellen zum ZVDH-Photovoltaik-Manager: welche Aufgaben ein Dachdecker heute übernimmt und wie Ihr Mainzer Betrieb ihn dorthin bringt

Welche Aufgaben ein Dachdecker laut Ausbildungsordnung heute übernimmt, was der ZVDH-Kurs zur Photovoltaik umfasst und wie Ihr Mainzer Betrieb den Aufstieg plant

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Inhaltsverzeichnis

Darum geht es in diesem Artikel

Die Ausbildungsordnung macht Energietechnik an Dach und Wand zu einem festen Teil des Dachdeckerberufs. Dieser Beitrag zeigt, welche Aufgaben ein Geselle damit mitbringt, was der ZVDH-Kurs zum Photovoltaik-Manager umfasst und was er elektrisch danach darf. Außerdem erfahren Sie, wie Tarifstufen, Fachleiter und Meister zusammenhängen und ob Sie besser selbst entwickeln oder einstellen.

Aufgaben eines Dachdeckers: was die Ausbildungsordnung heute vorsieht

Seit 2016 gehört das Montieren von Energiesammlern wie Solarmodulen zur Ausbildung jedes Dachdeckers.

Die Ausbildungsordnung von 2016 beschreibt einen Beruf, der Dach und Wand als Ganzes bearbeitet (Dachdeckerausbildungsverordnung, abgerufen im September 2026). Die Ausbildung dauert drei Jahre. Neben einem gemeinsamen Kern wählen Auszubildende einen von fünf Schwerpunkten:

  • Dachdeckungstechnik
  • Abdichtungstechnik
  • Außenwandbekleidungstechnik
  • Energietechnik an Dach und Wand
  • Reetdachtechnik

Für Ihre Planung ist der vierte Schwerpunkt der aufschlussreichste. Die Energietechnik steht in der Verordnung gleichrangig neben dem klassischen Decken. Welchen Schwerpunkt Ihr Geselle gewählt hat, fragen Sie ihn am besten direkt.

Was jeder Dachdecker schon in der Ausbildung lernt

Auch der gemeinsame Kern der Ausbildung reicht in die Energietechnik hinein. Die Verordnung nennt dort unter anderem diese Tätigkeiten:

  • energetische Maßnahmen an Dach und Wand durchführen,
  • Energiesammler und Energieumsetzer montieren und einbauen,
  • elektrische Komponenten einbauen und elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindungen herstellen,
  • Bestandteile äußerer Blitzschutzanlagen anbringen und einbauen.

Dazu kommen die klassischen Arbeiten. Ein Dachdecker deckt und bekleidet Dach- und Wandflächen, dichtet Dächer und Bauwerke ab und baut die Entwässerung ein. Außerdem hält er bestehende Flächen instand.

Wie weit die Elektroseite in der Ausbildung reicht

Im gemeinsamen Kern endet die elektrische Seite bei Steckverbindungen.

Im Schwerpunkt Energietechnik kommt mehr hinzu. Dort lernen Auszubildende auch, Kabel- und Leitungsführungen zu verlegen sowie Steck- und Schraubverbindungen herzustellen. Außerdem führen sie Funktionsprüfungen durch, auch unter Einbeziehung anderer Gewerke.

Ob sich eine Weiterbildung lohnt, zeigt Ihr eigenes Auftragsbuch: Wie viele PV-Anfragen haben Sie im letzten Jahr abgelehnt oder an andere Betriebe weitergegeben?

Die Ausbildungsordnung für Dachdecker von 2016 sieht fünf Schwerpunkte vor, darunter Energietechnik an Dach und Wand. Zum gemeinsamen Kern gehören das Montieren von Energiesammlern und elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindungen; im Schwerpunkt Energietechnik kommen Kabelführung sowie Steck- und Schraubverbindungen hinzu.
Quelle
Dachdeckerausbildungsverordnung vom 28. April 2016, § 4 und Anlage Abschnitt E (abgerufen im September 2026)

Der ZVDH-Photovoltaik-Manager inklusive EuP: was Ihr Geselle dort lernt

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) bietet eine Weiterbildung für die Photovoltaik an. Sie heißt „ZVDH-zertifizierter Photovoltaik-Manager im Dachdeckerhandwerk inkl. EuP“.

EuP steht dabei für „Elektrotechnisch unterwiesene Person für Photovoltaik“. Die Bezeichnung sagt es bereits: Es geht um eine Unterweisung und nicht um eine Ausbildung zur Elektrofachkraft.

Inhalte, Dauer und Kosten

Der Kurs richtet sich an Unternehmer und Angestellte im Dachdeckerhandwerk. Nach der Ausschreibung des Verbands gehören diese Themen dazu (ZVDH, abgerufen im September 2026):

  • Kundenberatung, Vermarktung und Fördermittel,
  • Anlagenplanung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Kalkulation,
  • Wechselrichter, Speicher und die Berechnung der Unterkonstruktion,
  • steuerliche und rechtliche Fragen einschließlich Gewährleistung,
  • Grundlagen der Photovoltaik und der Elektrotechnik.

Für den Termin im März 2026 in der Dachdeckerschule Lehesten in Thüringen war der Kurs mit 40 Stunden ausgeschrieben.

Die Teilnahmegebühr betrug 1.500 Euro (ZVDH, Stand: März 2026). Ob und wann weitere Termine folgen, klären Sie direkt beim Verband.

Der Termin lief von Montag bis Freitag. Für diese Woche fehlt Ihr Geselle auf der Baustelle.

Was Ihr Geselle nach dem Kurs elektrisch tun darf

Das ist die Frage, die Sie vor der Anmeldung klären sollten. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) fasst dazu einen Grundsatz zusammen. Elektrotechnische Arbeiten dürfen nur durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht ausgeführt werden (BG ETEM, abgerufen im September 2026).

Elektrofachkraft ist danach, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie seiner Kenntnis der einschlägigen Normen die übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Was Ihr Geselle nach dem Kurs selbst ausführen darf, hängt also von dieser Definition und von der konkreten Aufgabe ab. Legen Sie das für jede Tätigkeit fest, am besten gemeinsam mit einer Elektrofachkraft.

Für die Zusammenarbeit der Gewerke gibt es außerdem seit 2024 eine Verbändevereinbarung zur sicheren Installation von Photovoltaik-Anlagen. Sie wurde im September 2026 neu gefasst und erweitert (ZVDH, abgerufen im September 2026). Lesen Sie die neue Fassung, bevor Sie Aufgaben neu verteilen.

Wer die Kosten trägt

Übernimmt Ihr Betrieb Kursgebühr und Arbeitszeit, können Sie eine schriftliche Fortbildungsvereinbarung mit Rückzahlungsklausel abschließen.

Ob eine solche Klausel wirksam ist, hängt von Bedingungen ab, die Gerichte im Einzelfall prüfen. Lassen Sie den Entwurf deshalb rechtlich prüfen, bevor Ihr Mitarbeiter unterschreibt.

Die Stufen im Dachdeckerhandwerk: vom Junggesellen bis zum Meister

Der Photovoltaik-Manager ist eine Zusatzqualifikation. Die Laufbahn Ihrer gewerblichen Mitarbeiter bildet dagegen der Lohntarifvertrag des Dachdeckerhandwerks ab.

Für tarifgebundene Betriebe gelten diese Stufen (Tarifregister NRW, Arbeitshilfe zum Lohntarifvertrag des Dachdeckerhandwerks, abgerufen im September 2026):

StufeVoraussetzung laut TarifStundenlohn ab Oktober 2026
Junggeselledie ersten 24 Monate nach der Gesellenprüfung, Arbeit nach Anweisung20,95 €
Geselle (Ecklohn)nach der Zeit als Junggeselle23,28 €
Fachgesellemindestens drei Jahre nach der Gesellenprüfung tätig, arbeitet nach Planvorgabe selbständig und leitet andere an25,61 €
Vorarbeitereigene Lohngruppe für Vorarbeiter26,77 €

Für Ihre Personalplanung ist die Stufe des Fachgesellen eine wichtige Schwelle. Sie knüpft an selbständiges Arbeiten und das Anleiten anderer an, also an Aufgaben, die Sie einem Mitarbeiter mit Zusatzqualifikation übertragen würden.

Unabhängig von einer Tarifbindung gilt außerdem ein Branchenmindestlohn. Für Gesellen beträgt er seit Januar 2026 16,60 Euro je Stunde (Deutsche Handwerks Zeitung, Stand: Oktober 2025).

Der Weg über Mayen: Fachleiter und Meister in einer Prüfung

Ein Weg zur Meisterprüfung führt über das Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen. Dort erwerben Teilnehmer den staatlich anerkannten Abschluss zum Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik (dach-rlp.de, abgerufen im September 2026).

Das Studium erstreckt sich über neun Monate, jeweils von August bis Mai des Folgejahres. Neben der Fachpraxis stehen sechs fachtheoretische und sechs kaufmännische Fächer auf dem Plan.

Zum kaufmännischen Teil gehören laut Beschreibung unter anderem Betriebsorganisation, Kostenrechnung, Bauvertragsrecht und Mitarbeiterführung. Der Fachleiter bereitet also auf Aufgaben in der Führung eines Betriebs vor.

Mit dem Abschluss zum Fachleiter erwirbt der Teilnehmer in einer gemeinsamen Abschlussprüfung zugleich die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk.

Klären Sie mit dem Bildungszentrum, wie der Unterricht organisiert ist. Planen Sie Vertretung und Baustellen für diese Monate, bevor Sie Ihrem Mitarbeiter zusagen. Andere Wege zur Meisterprüfung besprechen Sie mit Ihrer Handwerkskammer; die Handwerkskammer Rheinhessen hat ihren Sitz in Mainz.

Was der Staat übernimmt

Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es das Aufstiegs-BAföG, die staatliche Förderung beruflicher Fortbildung. Gefördert werden diese Gebühren bis maximal 15.000 Euro, zur Hälfte als Zuschuss (aufstiegs-bafoeg.de, abgerufen im September 2026).

Rheinland-Pfalz zahlt nach bestandener Meisterprüfung oder gleichwertiger Fortbildungsprüfung zusätzlich den Aufstiegsbonus I von 2.000 Euro (Handwerkskammer der Pfalz, abgerufen im September 2026). Beschäftigungsort oder Hauptwohnsitz müssen dafür beim Prüfungsergebnis in Rheinland-Pfalz liegen.

Beide Leistungen gehen an Ihren Mitarbeiter, nicht an den Betrieb. Sie senken seine Hürde für die Fortbildung, binden ihn aber nicht an Sie.

Selbst entwickeln oder einen PV-erfahrenen Dachdecker suchen

Ob Sie einen Gesellen zum Photovoltaik-Manager entwickeln oder jemanden mit dieser Erfahrung einstellen, hängt von drei Fragen ab:

  • Haben Sie einen passenden Gesellen? Die Weiterbildung passt zu jemandem, der schon selbständig arbeitet und andere anleiten kann.
  • Wie schnell brauchen Sie die Qualifikation? Der ZVDH-Kurs dauert eine Woche, das Fachleiter-Studium mit Meisterprüfung beginnt jeweils im August.
  • Was geschieht danach? Legen Sie fest, welche Aufgaben und welche Tarifstufe der Mitarbeiter mit der neuen Qualifikation erhält.

Bindung entsteht nicht durch den Kurs, sondern durch die Rolle danach.

Ein Geselle, der die Zusatzqualifikation mitbringt und in Ihrem Betrieb keine neuen Aufgaben bekommt, hat einen guten Grund, sie anderswo einzusetzen. Führen Sie das Gespräch über die Rolle deshalb vor der Anmeldung zum Kurs.

Was das für Ihre Personalsuche bedeutet

Einstellen statt entwickeln ist keine schnelle Abkürzung. Offene Stellen in Handwerksberufen waren 2025 bundesweit im Schnitt 242 Tage vakant (Bundesagentur für Arbeit, Stand: September 2026).

Das ist ein Durchschnitt über alle Handwerksberufe in Deutschland. Eine eigene Zahl für Dachdecker in Mainz enthält diese Statistik nicht.

Eine Stellenanzeige erreicht einen PV-erfahrenen Dachdecker, sofern er gerade aktiv sucht. Fachkräfte, die nicht suchen, sprechen Sie besser direkt an und nennen ihnen die Rolle, die sie bei Ihnen übernehmen.

Diese Dachdecker zu erreichen, ist die Aufgabe von FokusFachkraft. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 spricht passende Dachdecker in Ihrer Region gezielt an, auch Dachdecker mit PV-Erfahrung, die gerade nicht suchen, und reicht bis zur telefonischen Vorauswahl. Mit dieser Methode arbeiten bereits 450+ Fachbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei durchschnittlich 26 Tagen bis zur Besetzung. Am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung; Beispiele aus anderen Betrieben zeigen unsere Kundenergebnisse. Welche Dachdecker im Raum Mainz für Ihren Betrieb erreichbar sind, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch.

Der Kurs „ZVDH-zertifizierter Photovoltaik-Manager im Dachdeckerhandwerk inkl. EuP“ war für März 2026 mit 40 Stunden und 1.500 Euro Teilnahmegebühr ausgeschrieben. EuP steht für Elektrotechnisch unterwiesene Person für Photovoltaik.
Quelle
Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Seminarangebot (Stand: März 2026)

Was Sie vor der Anmeldung zum Kurs festlegen sollten

Prüfen Sie zuerst, welche PV-Aufgaben Ihr Betrieb selbst übernehmen will und welche bei einer Elektrofachkraft bleiben. Wählen Sie dann einen Gesellen, der schon selbständig arbeitet, und vereinbaren Sie vor dem Kurs schriftlich die Rolle danach und die Kostenfrage. Den längeren Weg über Fachleiter und Meister planen Sie getrennt davon, mit Blick auf den Studienbeginn im August.
Junger Mann sitzt an einem Holztisch und arbeitet mit einem Apple Laptop, während er lächelnd in die Kamera schaut.
FokusFachkraft Redaktionsteam
Fachlich geprüft

Wie lange fehlt mir ein Geselle für den ZVDH-Photovoltaik-Manager, und was kostet der Kurs?

Für den Termin im März 2026 war der Kurs mit 40 Stunden an fünf Tagen in der Dachdeckerschule Lehesten ausgeschrieben. Die Gebühr betrug 1.500 Euro (ZVDH, Stand: März 2026). Hinzu kommen Arbeitszeit und Anreise. Übernimmt Ihr Betrieb die Kosten, können Sie das in einer Fortbildungsvereinbarung regeln; lassen Sie diese rechtlich prüfen.

Darf mein Geselle nach dem ZVDH-Kurs PV-Anlagen elektrisch anschließen?

Der Kurs macht ihn zur elektrotechnisch unterwiesenen Person, nicht zur Elektrofachkraft. Elektrotechnische Arbeiten dürfen nur durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht ausgeführt werden (BG ETEM, abgerufen im September 2026). Was er selbst übernehmen darf, hängt deshalb von der konkreten Aufgabe ab. Klären Sie das mit einer Elektrofachkraft.

Was lernt ein Dachdecker in der Ausbildung schon zur Photovoltaik?

Zum gemeinsamen Kern der Ausbildungsordnung von 2016 gehören das Montieren von Energiesammlern und elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindungen. Im Schwerpunkt Energietechnik an Dach und Wand kommen das Verlegen von Kabel- und Leitungsführungen sowie Steck- und Schraubverbindungen hinzu. Welchen Schwerpunkt Ihr Geselle gewählt hat, fragen Sie ihn direkt.

Schließt das Fachleiter-Studium in Mayen die Meisterprüfung ein?

Ja. Das Fachleiter-Studium am Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen erstreckt sich über neun Monate, von August bis Mai. Mit dem Fachleiter-Abschluss erwirbt der Teilnehmer in einer gemeinsamen Abschlussprüfung zugleich die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk (dach-rlp.de, abgerufen im September 2026). Eine zweite Meisterprüfung ist danach nicht nötig.

Welche Förderung gibt es in Rheinland-Pfalz, wenn mein Mitarbeiter den Meister macht?

Rheinland-Pfalz zahlt den Aufstiegsbonus I von 2.000 Euro, wenn Beschäftigungsort oder Hauptwohnsitz beim Prüfungsergebnis im Land liegen. Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren fördert das Aufstiegs-BAföG zur Hälfte als Zuschuss. Beides erhält der Mitarbeiter, nicht der Betrieb (Handwerkskammer der Pfalz und aufstiegs-bafoeg.de, abgerufen im September 2026).

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FAKT
Das Fachleiter-Studium am Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen erstreckt sich über neun Monate. Mit dem Fachleiter-Abschluss wird in einer gemeinsamen Abschlussprüfung zugleich die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk erworben.
Quelle
dach-rlp.de, Bildungseinrichtungen (abgerufen im September 2026)
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