Darum geht es in diesem Artikel
Die Ausbildungsordnung macht Energietechnik an Dach und Wand zu einem festen Teil des Dachdeckerberufs. Dieser Beitrag zeigt, welche Aufgaben ein Geselle damit mitbringt, was der ZVDH-Kurs zum Photovoltaik-Manager umfasst und was er elektrisch danach darf. Außerdem erfahren Sie, wie Tarifstufen, Fachleiter und Meister zusammenhängen und ob Sie besser selbst entwickeln oder einstellen.
Aufgaben eines Dachdeckers: was die Ausbildungsordnung heute vorsieht
Seit 2016 gehört das Montieren von Energiesammlern wie Solarmodulen zur Ausbildung jedes Dachdeckers.
Die Ausbildungsordnung von 2016 beschreibt einen Beruf, der Dach und Wand als Ganzes bearbeitet (Dachdeckerausbildungsverordnung, abgerufen im September 2026). Die Ausbildung dauert drei Jahre. Neben einem gemeinsamen Kern wählen Auszubildende einen von fünf Schwerpunkten:
- Dachdeckungstechnik
- Abdichtungstechnik
- Außenwandbekleidungstechnik
- Energietechnik an Dach und Wand
- Reetdachtechnik
Für Ihre Planung ist der vierte Schwerpunkt der aufschlussreichste. Die Energietechnik steht in der Verordnung gleichrangig neben dem klassischen Decken. Welchen Schwerpunkt Ihr Geselle gewählt hat, fragen Sie ihn am besten direkt.
Was jeder Dachdecker schon in der Ausbildung lernt
Auch der gemeinsame Kern der Ausbildung reicht in die Energietechnik hinein. Die Verordnung nennt dort unter anderem diese Tätigkeiten:
- energetische Maßnahmen an Dach und Wand durchführen,
- Energiesammler und Energieumsetzer montieren und einbauen,
- elektrische Komponenten einbauen und elektrische Anschlüsse mittels Steckverbindungen herstellen,
- Bestandteile äußerer Blitzschutzanlagen anbringen und einbauen.
Dazu kommen die klassischen Arbeiten. Ein Dachdecker deckt und bekleidet Dach- und Wandflächen, dichtet Dächer und Bauwerke ab und baut die Entwässerung ein. Außerdem hält er bestehende Flächen instand.
Wie weit die Elektroseite in der Ausbildung reicht
Im gemeinsamen Kern endet die elektrische Seite bei Steckverbindungen.
Im Schwerpunkt Energietechnik kommt mehr hinzu. Dort lernen Auszubildende auch, Kabel- und Leitungsführungen zu verlegen sowie Steck- und Schraubverbindungen herzustellen. Außerdem führen sie Funktionsprüfungen durch, auch unter Einbeziehung anderer Gewerke.
Ob sich eine Weiterbildung lohnt, zeigt Ihr eigenes Auftragsbuch: Wie viele PV-Anfragen haben Sie im letzten Jahr abgelehnt oder an andere Betriebe weitergegeben?
Der ZVDH-Photovoltaik-Manager inklusive EuP: was Ihr Geselle dort lernt
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) bietet eine Weiterbildung für die Photovoltaik an. Sie heißt „ZVDH-zertifizierter Photovoltaik-Manager im Dachdeckerhandwerk inkl. EuP“.
EuP steht dabei für „Elektrotechnisch unterwiesene Person für Photovoltaik“. Die Bezeichnung sagt es bereits: Es geht um eine Unterweisung und nicht um eine Ausbildung zur Elektrofachkraft.
Inhalte, Dauer und Kosten
Der Kurs richtet sich an Unternehmer und Angestellte im Dachdeckerhandwerk. Nach der Ausschreibung des Verbands gehören diese Themen dazu (ZVDH, abgerufen im September 2026):
- Kundenberatung, Vermarktung und Fördermittel,
- Anlagenplanung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Kalkulation,
- Wechselrichter, Speicher und die Berechnung der Unterkonstruktion,
- steuerliche und rechtliche Fragen einschließlich Gewährleistung,
- Grundlagen der Photovoltaik und der Elektrotechnik.
Für den Termin im März 2026 in der Dachdeckerschule Lehesten in Thüringen war der Kurs mit 40 Stunden ausgeschrieben.
Die Teilnahmegebühr betrug 1.500 Euro (ZVDH, Stand: März 2026). Ob und wann weitere Termine folgen, klären Sie direkt beim Verband.
Der Termin lief von Montag bis Freitag. Für diese Woche fehlt Ihr Geselle auf der Baustelle.
Was Ihr Geselle nach dem Kurs elektrisch tun darf
Das ist die Frage, die Sie vor der Anmeldung klären sollten. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) fasst dazu einen Grundsatz zusammen. Elektrotechnische Arbeiten dürfen nur durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht ausgeführt werden (BG ETEM, abgerufen im September 2026).
Elektrofachkraft ist danach, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie seiner Kenntnis der einschlägigen Normen die übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.
Was Ihr Geselle nach dem Kurs selbst ausführen darf, hängt also von dieser Definition und von der konkreten Aufgabe ab. Legen Sie das für jede Tätigkeit fest, am besten gemeinsam mit einer Elektrofachkraft.
Für die Zusammenarbeit der Gewerke gibt es außerdem seit 2024 eine Verbändevereinbarung zur sicheren Installation von Photovoltaik-Anlagen. Sie wurde im September 2026 neu gefasst und erweitert (ZVDH, abgerufen im September 2026). Lesen Sie die neue Fassung, bevor Sie Aufgaben neu verteilen.
Wer die Kosten trägt
Übernimmt Ihr Betrieb Kursgebühr und Arbeitszeit, können Sie eine schriftliche Fortbildungsvereinbarung mit Rückzahlungsklausel abschließen.
Ob eine solche Klausel wirksam ist, hängt von Bedingungen ab, die Gerichte im Einzelfall prüfen. Lassen Sie den Entwurf deshalb rechtlich prüfen, bevor Ihr Mitarbeiter unterschreibt.
Die Stufen im Dachdeckerhandwerk: vom Junggesellen bis zum Meister
Der Photovoltaik-Manager ist eine Zusatzqualifikation. Die Laufbahn Ihrer gewerblichen Mitarbeiter bildet dagegen der Lohntarifvertrag des Dachdeckerhandwerks ab.
Für tarifgebundene Betriebe gelten diese Stufen (Tarifregister NRW, Arbeitshilfe zum Lohntarifvertrag des Dachdeckerhandwerks, abgerufen im September 2026):
| Stufe | Voraussetzung laut Tarif | Stundenlohn ab Oktober 2026 |
|---|---|---|
| Junggeselle | die ersten 24 Monate nach der Gesellenprüfung, Arbeit nach Anweisung | 20,95 € |
| Geselle (Ecklohn) | nach der Zeit als Junggeselle | 23,28 € |
| Fachgeselle | mindestens drei Jahre nach der Gesellenprüfung tätig, arbeitet nach Planvorgabe selbständig und leitet andere an | 25,61 € |
| Vorarbeiter | eigene Lohngruppe für Vorarbeiter | 26,77 € |
Für Ihre Personalplanung ist die Stufe des Fachgesellen eine wichtige Schwelle. Sie knüpft an selbständiges Arbeiten und das Anleiten anderer an, also an Aufgaben, die Sie einem Mitarbeiter mit Zusatzqualifikation übertragen würden.
Unabhängig von einer Tarifbindung gilt außerdem ein Branchenmindestlohn. Für Gesellen beträgt er seit Januar 2026 16,60 Euro je Stunde (Deutsche Handwerks Zeitung, Stand: Oktober 2025).
Der Weg über Mayen: Fachleiter und Meister in einer Prüfung
Ein Weg zur Meisterprüfung führt über das Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen. Dort erwerben Teilnehmer den staatlich anerkannten Abschluss zum Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik (dach-rlp.de, abgerufen im September 2026).
Das Studium erstreckt sich über neun Monate, jeweils von August bis Mai des Folgejahres. Neben der Fachpraxis stehen sechs fachtheoretische und sechs kaufmännische Fächer auf dem Plan.
Zum kaufmännischen Teil gehören laut Beschreibung unter anderem Betriebsorganisation, Kostenrechnung, Bauvertragsrecht und Mitarbeiterführung. Der Fachleiter bereitet also auf Aufgaben in der Führung eines Betriebs vor.
Mit dem Abschluss zum Fachleiter erwirbt der Teilnehmer in einer gemeinsamen Abschlussprüfung zugleich die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk.
Klären Sie mit dem Bildungszentrum, wie der Unterricht organisiert ist. Planen Sie Vertretung und Baustellen für diese Monate, bevor Sie Ihrem Mitarbeiter zusagen. Andere Wege zur Meisterprüfung besprechen Sie mit Ihrer Handwerkskammer; die Handwerkskammer Rheinhessen hat ihren Sitz in Mainz.
Was der Staat übernimmt
Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es das Aufstiegs-BAföG, die staatliche Förderung beruflicher Fortbildung. Gefördert werden diese Gebühren bis maximal 15.000 Euro, zur Hälfte als Zuschuss (aufstiegs-bafoeg.de, abgerufen im September 2026).
Rheinland-Pfalz zahlt nach bestandener Meisterprüfung oder gleichwertiger Fortbildungsprüfung zusätzlich den Aufstiegsbonus I von 2.000 Euro (Handwerkskammer der Pfalz, abgerufen im September 2026). Beschäftigungsort oder Hauptwohnsitz müssen dafür beim Prüfungsergebnis in Rheinland-Pfalz liegen.
Beide Leistungen gehen an Ihren Mitarbeiter, nicht an den Betrieb. Sie senken seine Hürde für die Fortbildung, binden ihn aber nicht an Sie.
Selbst entwickeln oder einen PV-erfahrenen Dachdecker suchen
Ob Sie einen Gesellen zum Photovoltaik-Manager entwickeln oder jemanden mit dieser Erfahrung einstellen, hängt von drei Fragen ab:
- Haben Sie einen passenden Gesellen? Die Weiterbildung passt zu jemandem, der schon selbständig arbeitet und andere anleiten kann.
- Wie schnell brauchen Sie die Qualifikation? Der ZVDH-Kurs dauert eine Woche, das Fachleiter-Studium mit Meisterprüfung beginnt jeweils im August.
- Was geschieht danach? Legen Sie fest, welche Aufgaben und welche Tarifstufe der Mitarbeiter mit der neuen Qualifikation erhält.
Bindung entsteht nicht durch den Kurs, sondern durch die Rolle danach.
Ein Geselle, der die Zusatzqualifikation mitbringt und in Ihrem Betrieb keine neuen Aufgaben bekommt, hat einen guten Grund, sie anderswo einzusetzen. Führen Sie das Gespräch über die Rolle deshalb vor der Anmeldung zum Kurs.
Was das für Ihre Personalsuche bedeutet
Einstellen statt entwickeln ist keine schnelle Abkürzung. Offene Stellen in Handwerksberufen waren 2025 bundesweit im Schnitt 242 Tage vakant (Bundesagentur für Arbeit, Stand: September 2026).
Das ist ein Durchschnitt über alle Handwerksberufe in Deutschland. Eine eigene Zahl für Dachdecker in Mainz enthält diese Statistik nicht.
Eine Stellenanzeige erreicht einen PV-erfahrenen Dachdecker, sofern er gerade aktiv sucht. Fachkräfte, die nicht suchen, sprechen Sie besser direkt an und nennen ihnen die Rolle, die sie bei Ihnen übernehmen.
Diese Dachdecker zu erreichen, ist die Aufgabe von FokusFachkraft. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 spricht passende Dachdecker in Ihrer Region gezielt an, auch Dachdecker mit PV-Erfahrung, die gerade nicht suchen, und reicht bis zur telefonischen Vorauswahl. Mit dieser Methode arbeiten bereits 450+ Fachbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei durchschnittlich 26 Tagen bis zur Besetzung. Am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung; Beispiele aus anderen Betrieben zeigen unsere Kundenergebnisse. Welche Dachdecker im Raum Mainz für Ihren Betrieb erreichbar sind, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch.
Was Sie vor der Anmeldung zum Kurs festlegen sollten







