Darum geht es in diesem Artikel
Der Arbeitsvertrag mit Ihrem neuen Zimmerer ist unterschrieben, aber sein erster Tag in Ihrer Paderborner Zimmerei liegt noch Wochen entfernt. 36 Prozent der neuen Mitarbeitenden kündigen laut einer Auswertung des WBI noch vor dem ersten Arbeitstag. Ein Onboarding, also die geplante Einarbeitung, senkt die Fluktuation deshalb erst, wenn es am Tag nach der Unterschrift beginnt und die ersten hundert Tage mit festen Zuständigen durchplant.
Zwei Bremsen entscheiden, ob Onboarding für Zimmerer in Paderborn die Fluktuation senkt
Ein Onboarding senkt die Fluktuation neuer Zimmerer nur dann, wenn es an zwei Bremsen ansetzt. Die erste Bremse ist das Schweigen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag. Die zweite ist eine falsche Erwartung an den Alltag zwischen Abbundhalle und Dachstuhl.
56 Prozent der Befragten nennen laut einer Auswertung des WBI falsche Erwartungen als Hauptgrund für eine frühe Kündigung. Ihr neuer Geselle geht also selten wegen der harten Arbeit auf dem Dach. Er geht, weil sein erster Montag anders aussieht als Ihr Vorstellungsgespräch.
Fast 18 Prozent der neuen Mitarbeitenden kündigen laut der softgarden-Studie „Onboarding Reloaded“ innerhalb der ersten hundert Tage. Das Gegenmittel ist gut belegt. Um 50 Prozent weniger Frühfluktuation, also weniger Kündigungen in den ersten Monaten, verzeichnen laut einer DGFP-Studie Betriebe mit strukturiertem Onboarding.
Strukturiert bedeutet, dass jeder Schritt einen Verantwortlichen in Ihrem Betrieb und ein festes Datum hat.
Ihr Fahrplan beginnt deshalb mit der Unterschrift und endet nach hundert Tagen. Die folgenden Abschnitte gehen ihn in der Reihenfolge durch, in der Ihr neuer Zimmerer ihn erlebt.
Mitarbeiterbindung in der Zimmerei beginnt am Tag nach der Unterschrift
Die Bindung an Ihre Zimmerei beginnt am Tag nach der Vertragsunterschrift, nicht am ersten Arbeitstag. Zwischen beiden Terminen liegt oft die Kündigungsfrist beim alten Arbeitgeber. In dieser Zeit kann sein bisheriger Chef ihm ein Gegenangebot machen.
Auch die Zimmereien in Delbrück und Salzkotten suchen in diesen Wochen nach Gesellen wie Ihrem.
Welcher Anruf hält Ihren neuen Zimmerer bis zum ersten Tag?
Der wichtigste Anruf kommt von Ihnen selbst, und zwar in der ersten Woche nach der Unterschrift. Sie bestätigen den Starttermin und nennen ihm den Kolonnenführer, mit dem er arbeiten wird. Fünf Minuten am Telefon zeigen ihm, dass er bei Ihnen erwartet wird.
Etwa zwei Wochen vor dem Start lädt Ihr Kolonnenführer ihn auf eine laufende Baustelle oder nach Feierabend in die Halle ein.
So steht der Neue am ersten Montag nicht vor lauter Fremden.
Schicken Sie ihm außerdem den Einsatzplan seiner ersten Woche. Ein Zimmerer will wissen, ob er in der Halle abbindet oder auf einem Dachstuhl in Bad Lippspringe steht. Dieser eine Zettel beantwortet die Frage, die ihn bis zum Start am meisten beschäftigt.
Was vor der ersten Schicht in Ihrer Personalakte liegen sollte
Vor der ersten Schicht sollten Kopien seiner Nachweise in der Personalakte liegen, etwa Kranschein, Flurförderzeugschein oder der Nachweis zur Absturzsicherung bei Dacharbeiten. Ihr Büro fordert sie spätestens eine Woche vor dem Start an. Fehlt ein Nachweis, wissen Sie früh, welche Einweisung Sie nachholen müssen.
Die Schutzausrüstung in seiner Größe liegt am ersten Tag bereit. Ein neuer Geselle in geliehenen Sicherheitsschuhen merkt sofort, wie ernst Sie seinen Start genommen haben.
Rechtliche Fragen zur Probezeit klären Sie nicht in diesem Fahrplan, sondern mit Ihrem Steuerberater oder der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe.
Neue Zimmerer einarbeiten: In der ersten Woche führt ein fester Pate aus der Kolonne
Neue Zimmerer arbeiten Sie in der ersten Woche am besten über einen festen Paten ein, also einen erfahrenen Kollegen als ständigen Ansprechpartner. Idealerweise ist das Ihr Vorarbeiter oder Kolonnenführer, der ihn auch danach auf der Baustelle führt. Der Pate beantwortet die kleinen Fragen, die niemand dem Chef stellt.
38 Prozent der Befragten nennen laut WBI Probleme mit der Führungskraft als Grund für eine frühe Kündigung. Ihr Kolonnenführer ist in diesen Tagen deshalb wichtiger als jede Willkommensmappe. Planen Sie für seine Kolonne in dieser Woche bewusst etwas mehr Zeit ein.
Am ersten Tag kommt die Sicherheitsunterweisung vor jede Maschine
Am ersten Tag steht die Sicherheitsunterweisung vor jedem Handgriff. Sie übernehmen das selbst oder mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Danach zeigt der Pate ihm die Zimmerhalle mit ihren Sägen und der Kettenfräse.
Die Einweisung in Teleskoplader und Kran folgt erst, wenn sein Kranschein geprüft ist. Am Nachmittag sitzt er zehn Minuten bei Ihnen im Büro.
Fragen Sie dort nur, was heute anders war als erwartet.
Ab dem zweiten Tag arbeitet er auf einer laufenden Baustelle mit
Ab dem zweiten Tag gehört Ihr neuer Zimmerer in seine Kolonne auf eine laufende Baustelle. Lassen Sie ihn nicht tagelang Holz sortieren, nur weil gerade niemand Zeit hat. Ein ausgelernter Zimmerer will zeigen, was er kann.
Kennt er Ihre CNC-Abbundanlage noch nicht, planen Sie eine halbe Schicht neben dem Maschinenführer an der Hundegger oder Krüsi ein. Für Ihre Abbundsoftware wie Cadwork oder SEMA gilt dasselbe. Arbeitet Ihr Betrieb mit einer Vorfertigungslinie für Holzrahmenbau, gehört auch sie in diese erste Woche.
Bis zum hundertsten Tag: drei feste Gespräche als Kern Ihres Onboarding-Plans im Handwerk
Bis zum hundertsten Tag tragen drei feste Gespräche Ihren Onboarding-Plan: nach der ersten Woche, nach dem ersten Monat und kurz vor dem hundertsten Tag. Alle drei führen Sie als Geschäftsführer selbst. Tragen Sie die Termine schon am ersten Arbeitstag in Ihren Kalender ein.
Nach Woche eins und nach Monat eins prüfen Sie Erwartung gegen Wirklichkeit
Das erste Gespräch prüft, ob der Alltag zu dem passt, was Sie im Vorstellungsgespräch beschrieben haben. Ging es dort um Holzrahmenbau in der Halle, und er stand fünf Tage auf Sanierungsdächern? Dann sprechen Sie das offen an, bevor er es zu Hause am Küchentisch tut.
Nach dem ersten Monat sitzt der Pate mit am Tisch. Er schildert, wie der Neue in der Kolonne ankommt. Ihr neuer Zimmerer hört dabei ehrliches Lob, und Sie hören, wo es noch hakt.
Am hundertsten Tag zeigen Sie ihm seinen Weg zum Meister
Am hundertsten Tag geht es um seine Perspektive in Ihrem Betrieb. Der Schritt zum Vorarbeiter oder Kolonnenführer ist nach zwei bis drei Jahren Praxis realistisch. Danach führt der Weg zum Zimmerermeister oder Bachelor Professional im Zimmerer-Handwerk.
Das tbz Paderborn bietet die Meistervorbereitung für Zimmerer in Teil I und II direkt vor Ort an. Zeigen Sie ihm diesen Weg konkret, mit dem Zeitpunkt, ab dem Sie ihn dabei unterstützen würden. Für Fragen zur Prüfung ist die Fachinnung Zimmerei und Holzbau Paderborn bei der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe zuständig.
Die folgende Übersicht fasst Ihren Fahrplan zusammen, mit Zuständigkeit und Frist für jede Zeile. Weitere Leitfäden zur Bindung neuer Fachkräfte finden Sie in unserem Wissensbereich.
| Zeitpunkt | Was passiert | Wer zuständig ist | Bis wann |
|---|---|---|---|
| Nach der Unterschrift | Begrüßungsanruf mit Starttermin und Namen des Kolonnenführers | Geschäftsführer | Erste Woche nach der Unterschrift |
| Vor dem Start | Treffen mit der Kolonne und Einsatzplan der ersten Woche | Kolonnenführer | Etwa zwei Wochen vor dem Start |
| Vor dem Start | Nachweise in der Personalakte und Schutzausrüstung in seiner Größe | Büro | Eine Woche vor dem Start |
| Erster Arbeitstag | Sicherheitsunterweisung und Rundgang durch die Zimmerhalle | Geschäftsführer oder Fachkraft für Arbeitssicherheit, danach der Pate | Tag eins |
| Erste Woche | Mitarbeit auf der Baustelle und Einweisung an der Abbundanlage | Pate und Maschinenführer | Ende der ersten Woche |
| Ende der ersten Woche | Gespräch über Erwartung und Wirklichkeit | Geschäftsführer | Letzter Tag der ersten Woche |
| Ende des ersten Monats | Rückmeldung zur Arbeit in der Kolonne | Geschäftsführer mit dem Paten | Ende des ersten Monats |
| Kurz vor dem hundertsten Tag | Perspektivgespräch zum Vorarbeiter und zum Meisterweg über das tbz Paderborn | Geschäftsführer | Vor dem hundertsten Tag |
Warum ein Frühabgang ab 30.000 Euro schon bei der Stellenbesetzung beginnt
30.000 bis 50.000 Euro kostet ein frühzeitiger Abgang einen Betrieb im Schnitt, einschließlich der erneuten Suche, so eine Zusammenstellung auf mein-handwerker-app.de. Was heißt das für Ihre Zimmerei? Ein einziger Frühabgang kostet Sie ungefähr so viel wie ein ganzes Jahresgehalt eines Berufseinsteigers.
30.900 Euro brutto im Jahr nennt StepStone als Einstiegsgehalt für Zimmerer in Paderborn. Dazu kommt die verlorene Zeit, bis die Stelle wieder besetzt ist.
242 Tage bleibt eine offene Stelle im Handwerk laut rechtundpolitik.com bundesweit im Schnitt unbesetzt. Einen eigenen Wert für Zimmerer in Paderborn veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit nicht. Ihr Fahrplan muss deshalb schon bei der Suche beginnen.
Der Grund ist einfach: Das beste Onboarding repariert keine falsche Erwartung, die schon vor der Unterschrift entstanden ist.
38 Stellenanzeigen für Zimmerer zählt StepStone derzeit im Raum Paderborn. Ihre Stellenanzeige auf den Jobplattformen konkurriert dort um die wenigen Gesellen, die gerade aktiv suchen. Die Stellenanzeige allein reicht deshalb nicht mehr, und Ihr Bauchgefühl nach einem halbstündigen Vorstellungsgespräch auch nicht.
Was Frühabgänge verhindert, beginnt vor der Unterschrift. Zum einen ist das die direkte Ansprache passender Gesellen in Ostwestfalen, im Fachjargon Active Sourcing, auch bei denen, die gerade gar nicht suchen. Zum anderen ist es ein ehrliches Vorgespräch am Telefon, das Pendelweg und Wechselwunsch klärt, bevor jemand bei Ihnen am Tisch sitzt.
Ein gebuchter Kanal sagt Ihnen allerdings noch nicht, ob im Frühjahr ein neuer Geselle in Ihrer Abbundhalle steht.
Die falschen Erwartungen, die laut WBI am häufigsten hinter einer frühen Kündigung stehen, entstehen also vor Ihrem ersten Onboarding-Termin, und an dieser Stelle arbeiten wir bei FokusFachkraft. Unsere Mitarbeiter-Maschine 2.0 sucht nicht nur über Jobportale, sondern spricht passende Fachkräfte in Ihrer Region persönlich an. Ein Recruiter stellt ihnen am Telefon Ihr Job-Angebot so vor, wie der Alltag in Ihrem Betrieb tatsächlich aussieht.
Im telefonischen Bewerberscreening, einem strukturierten Vorgespräch am Telefon, prüfen wir fachliche Eignung und Pendelbereitschaft, bevor ein Kandidat Ihre Zeit kostet. Unser Teil endet bei der telefonischen Vorauswahl. Die Auswahl treffen Sie, und das Onboarding aus diesem Fahrplan bleibt in Ihrer Hand.
8 bis 10 qualifizierte Bewerbungen je Position entstehen so nach unseren Erfahrungswerten. Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei ⌀ 26 Tagen bis zur Besetzung. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Kundenergebnisse.
Wofür wir geradestehen, ist mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung. Welche Wege dabei zum Einsatz kommen, entscheidet Ihre offene Stelle, nicht ein Etikett. Mehr zu unserem Ablauf lesen Sie unter Mitarbeitergewinnung.
Im Klartext: Ihr Onboarding beginnt mit dem Begrüßungsanruf, und dieser Anruf gehört schon heute in Ihren Kalender. Schreiben Sie den Fahrplan aus der Tabelle auf eine Seite, mit einem Namen und einem Datum in jeder Zeile.
Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch, wenn Ihnen der nächste Zimmerer für diesen Fahrplan noch fehlt.
Was Sie vor dem nächsten Neuzugang in Ihrer Zimmerei festlegen




























