Darum geht es in diesem Artikel
Ihr erfahrenster Elektroniker steht nach Feierabend in Ihrem Büro in Aschaffenburg und hat ein Angebot aus der Industrie in der Tasche. Es liegt klar über den 23,13 Euro Stundenlohn, die der Tarif im bayerischen Elektrohandwerk vorsieht. Mitbieten können Sie oft nicht, und trotzdem muss Ihr Kleinbetrieb dieses Rennen nicht verlieren.
Fachkräftemangel im Elektrohandwerk Unterfranken: Lohnabstand und Unsichtbarkeit bremsen Kleinbetriebe
Zwei Bremsen halten Ihren Kleinbetrieb in Aschaffenburg bei der Suche nach Elektronikern auf: der Lohnabstand zur Industrie und Ihre geringe Sichtbarkeit bei den Fachkräften selbst. Die erste Bremse lösen Sie nicht über Geld. Die zweite lösen Sie über den Weg, auf dem Sie Kandidaten erreichen.
Ihr Betrieb gewinnt Elektroniker deshalb nicht über den Stundenlohn, sondern über Tempo, Aufstieg und die direkte Ansprache von Fachkräften, die nicht suchen.
Wie eng der Markt am Untermain ist, zeigt der IHK-Bezirk Aschaffenburg. Dort waren laut stellenanzeigen-in-aschaffenburg.de rund 6.900 Stellen über alle Branchen hinweg offen. Die Zahl stammt aus dem Jahr 2023, und die Prognose zeigt weiter nach oben.
Die zweite Bremse spüren Sie, sobald Sie eine Stellenanzeige auf den Jobplattformen schalten. Laut Indeed sind im Raum Aschaffenburg derzeit rund 75 Elektroniker-Stellen ausgeschrieben. Ihre Stellenanzeige steht dort neben Arbeitgebern, die mehr zahlen und bekanntere Namen tragen.
Bundesweit bleiben in den Elektroberufen laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (2025) mehr als acht von zehn offenen Stellen rechnerisch unbesetzbar.
Für Sie ist das kein Sonderfall am Untermain. Es ist der Rahmen, in dem Sie jeden Elektroniker suchen, und in diesem Rahmen brauchen Sie einen klaren Plan in drei Schritten.
Schritt 1: 23,13 Euro sind Ihre Untergrenze, nicht Ihr Verkaufsargument
Der tarifliche Eck-Lohn, also der Referenzstundenlohn eines ausgebildeten Gesellen, liegt im bayerischen Elektrohandwerk laut CGM bei 23,13 Euro pro Stunde. Er gilt seit dem 1. April 2025. Zum 1. April 2026 steigt er auf 23,71 Euro.
Diesen Wert handeln die Tarifpartner aus. Die Entscheidung über Ihr eigenes Angebot trifft dagegen allein Ihr Betrieb. Zahlen Sie nur Tarif, unterscheidet sich Ihr Angebot in nichts von dem des Nachbarbetriebs.
Einen Überblick über Aufgaben und Qualifikationen im Beruf finden Sie auf der Seite zum Elektroniker.
Wie viel müssen Sie einem Elektroniker in Aschaffenburg mindestens zahlen?
Sie müssen mindestens den Tariflohn zahlen, konkurrenzfähig werden Sie aber erst in der Nähe des bayerischen Durchschnitts. Elektroniker verdienen in Bayern laut jobvector (2026) im Schnitt 45.000 Euro brutto im Jahr. Liegt Ihr Angebot deutlich darunter, erklären Sie einem guten Gesellen gerade selbst, warum er gehen sollte.
Wo der Abstand zur Industrie für Ihren Betrieb unschließbar wird
In München verdienen Elektroniker laut Glassdoor im Schnitt 82.900 Euro im Jahr. Aschaffenburg ist nicht München, doch die Zahl zeigt, wie weit Industrielöhne in Bayern reichen können. Selbst ein Teil dieses Abstands sprengt, was ein Handwerksbetrieb auf Tarifbasis kalkulieren kann.
Die harte Wahrheit: Diesen Wettlauf gewinnt ein Betrieb Ihrer Größe nicht. Was bleibt Ihnen also? Ihnen bleibt alles, was ein Industriebetrieb mit langen Dienstwegen schlechter kann als Sie.
Schritt 2: Bauen Sie Ihr Angebot um Verantwortung und den Meisterweg herum
Ihr stärkstes Argument gegen höhere Industrielöhne ist ein Arbeitsplatz, an dem ein Elektroniker schnell Verantwortung trägt und sichtbar aufsteigt. Diese Arbeit liegt ganz bei Ihnen, denn nur Sie wissen, was Sie einem Gesellen zutrauen.
In Ihrem Betrieb baut derselbe Elektroniker morgens einen Schaltschrank nach Stromlaufplan und stellt nachmittags beim Kunden einen Frequenzumrichter ein, der die Drehzahl eines Antriebs regelt. Diese Vielfalt ist ein echtes Argument. Sie wirkt aber nur, wenn sie konkret in Ihrer Stellenanzeige steht und nicht als Floskel.
Dazu kommt Ihr Tempo. Ein Kandidat spricht bei Ihnen direkt mit dem Inhaber, und eine Zusage kann noch am selben Tag fallen. Ein Industriebetrieb braucht dafür meist mehrere Freigaben.
Wie Sie diese Stärken nach außen sichtbar machen, beschreibt der Beitrag zum Employer Branding, also zum gezielten Aufbau Ihres Rufs als Arbeitgeber.
Ausbildung: Was Ihr Betrieb mit der Handwerkskammer für Unterfranken regelt
Für eigenen Nachwuchs ist die Handwerkskammer für Unterfranken Ihre erste Adresse. Sie berät Sie beim Lehrvertrag, und ihr Bildungszentrum Aschaffenburg übernimmt die überbetriebliche Unterweisung, also die Lehrgänge außerhalb Ihrer Werkstatt.
Für die industriellen Elektroniker-Berufe wie Betriebstechnik ist die IHK Aschaffenburg zuständig. Ihre AusbildungsScouts, also Azubis, die in Schulklassen von ihrem Beruf erzählen, sprechen Schulabgänger gezielt an.
Die tarifliche Ausbildungsvergütung im bayerischen Elektrohandwerk beträgt laut CGM je nach Lehrjahr 1.050 bis 1.250 Euro im Monat. Die Metall- und Elektroindustrie zahlt ihren Azubis teils mehr. Ausbilden allein bindet deshalb niemanden an Ihren Betrieb.
Erst eine Übernahmezusage, die Sie schon im zweiten Lehrjahr aussprechen, macht aus Ihrem Azubi Ihren künftigen Gesellen.
Aufstieg: Meister oder Techniker direkt vor Ihrer Haustür
Die Städtische Fachschule für Elektrotechnik an der Berufsschule 1 Aschaffenburg führt in zwei Jahren Vollzeit zum staatlich geprüften Elektrotechniker. Die Meistervorbereitung bietet die Handwerkskammer für Unterfranken an. Beide Wege liegen in Pendeldistanz zu Ihrem Betrieb.
Machen Sie daraus ein konkretes Angebot, etwa eine Freistellung für die Meisterschule und danach eine Führungsrolle in Ihrem Team. Sprechen Sie es schon im ersten Gespräch an. Der Grund ist einfach: Diese Zusage kommt von Ihnen persönlich und hängt nicht an einer Bewerbungsrunde in einer fernen Zentrale.
Die Fachschule ist außerdem der Ort, an dem Sie angehende Techniker über Praktika und Projektarbeiten kennenlernen.
Schritt 3: Elektroniker finden in Aschaffenburg als Handwerksbetrieb, bevor die Industrie zusagt
Sie gewinnen einen Elektroniker gegen die Industrie, wenn Sie ihn zuerst erreichen und schneller entscheiden. Gemeldete Stellen für Fachkräfte mit Berufsausbildung blieben laut Bundesagentur für Arbeit (2025) im Bundesschnitt 140 Tage unbesetzt. Was heißt das für Ihren Betrieb?
Das sind rund viereinhalb Monate, in denen Aufträge liegen bleiben und Ihre Gesellen Überstunden fahren. Jede Woche, die Sie davon einsparen, zahlt direkt auf Ihre Auslastung ein.
Die Stellenanzeige auf den Jobplattformen bleibt dabei sinnvoll, denn aktiv suchende Elektroniker schauen dort nach. Allein reicht sie nicht mehr, weil viele gute Fachkräfte fest angestellt sind und gar nicht suchen.
Empfehlungen aus Ihrer eigenen Belegschaft sind oft der kürzeste Weg zu genau diesen Leuten. Ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm, also eine feste Prämie für jede erfolgreiche Empfehlung, macht daraus eine Gewohnheit. Ihre Gesellen kennen die Elektroniker aus Berufsschule und früheren Betrieben besser als jede Datenbank.
Active Sourcing, also die gezielte Direktansprache passender Kandidaten, erreicht auch Elektroniker, die heute bei einem Industriebetrieb am Untermain arbeiten. Anders als Social Recruiting, das breit über soziale Netzwerke streut, spricht es einzelne Menschen persönlich an. Diese Menschen hören Ihnen allerdings nur zu, wenn Sie Aufgaben und Aufstieg konkret benennen.
Danach entscheidet Ihr Tempo. Laden Sie einen passenden Kandidaten innerhalb weniger Tage ein und machen Sie das Angebot im Gespräch selbst. Mehr zu den einzelnen Wegen lesen Sie im Überblick zur Mitarbeitergewinnung.
Die folgende Übersicht zeigt, wer bei welchem Weg zuständig ist und wen Sie damit erreichen.
| Weg | Zuständig | Wen Sie erreichen | Wann er wirkt |
|---|---|---|---|
| Stellenanzeige auf den Jobplattformen | Ihr Betrieb | aktiv suchende Elektroniker | sofort, solange Suchende da sind |
| Mitarbeiterempfehlungsprogramm | Ihr Betrieb und Ihre Gesellen | Bekannte aus Berufsschule und früheren Betrieben | sobald die Prämie im Team bekannt ist |
| Kontakt zur Fachschule für Elektrotechnik | Ihr Betrieb mit der Berufsschule 1 Aschaffenburg | angehende staatlich geprüfte Techniker | zum nächsten Abschlussjahrgang |
| Eigene Ausbildung | Ihr Betrieb mit der Handwerkskammer für Unterfranken oder der IHK Aschaffenburg | Schulabgänger | nach dreieinhalb Jahren Ausbildung |
| Active Sourcing | Ihr Betrieb oder ein beauftragter Partner | fest angestellte Elektroniker, die nicht suchen | sobald Ihr Angebot konkret steht |
Warum Ihre Elektroniker-Suche neben der Baustelle liegen bleibt und wer sie übernimmt
Ihre Elektroniker-Suche bleibt liegen, weil Sie jeden dieser Wege selbst gehen können, aber kaum alle gleichzeitig neben dem Tagesgeschäft.
Ihre Stellenanzeige erreicht nur die wenigen, die gerade suchen. Ein Azubi, den Sie im Herbst einstellen, ist erst nach dreieinhalb Jahren Geselle. Und die Direktansprache von Elektronikern, die heute zwischen Kleinostheim und Karlstein arbeiten, kostet Telefonzeit, die Sie als Inhaber nicht haben.
Im Klartext: Ihre Stelle braucht die persönliche Ansprache fest angestellter Elektroniker in der Region Aschaffenburg und eine Vorauswahl, bevor ein Kandidat Ihren Abend kostet.
Für einen Elektrobetrieb am Untermain, der nicht 140 Tage auf einen Gesellen warten kann, übernehmen wir bei FokusFachkraft diesen zeitraubenden Teil. Wir finden passende Elektroniker und qualifizieren sie vor, bis zur telefonischen Vorauswahl.
Unsere Mitarbeiter-Maschine 2.0 macht Ihren Betrieb zuerst als Arbeitgeber sichtbar, im Fachjargon Employer Branding. Danach sprechen wir passende Elektroniker in Ihrer Region gezielt an und setzen auf digitale Mundpropaganda, also Empfehlungen, die sich von Fachkraft zu Fachkraft weitertragen. Selbst Elektroniker, die nicht wechseln wollen, empfehlen uns dabei geeignete Kollegen.
Ein telefonisches Bewerberscreening prüft anschließend Fachwissen und Pendelbereitschaft, damit nur passende Kandidaten bei Ihnen am Tisch sitzen. Welche Wege wir dabei kombinieren, richtet sich nach Ihrer offenen Position und nicht nach einem Schlagwort.
Auf diesem Weg entstehen nach unseren Erfahrungswerten 8 bis 10 qualifizierte Bewerbungen je Position. Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei ⌀ 26 Tagen bis zur Besetzung. Wie das in der Praxis aussah, zeigen unsere Kundenergebnisse aus der Arbeit mit 450+ Fachbetrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Sie buchen damit keine einzelne Werbemaßnahme, sondern die besetzte Stelle. Die Auswahl im Gespräch treffen Sie selbst, und am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung.
Was Sie für Ihre nächste Elektroniker-Stelle jetzt festlegen sollten
Ihr Betrieb kann den Lohnabstand zur Industrie nicht schließen, wohl aber die Entscheidung einzelner Elektroniker für sich gewinnen. Schreiben Sie diese Woche auf, welche Verantwortung und welchen Aufstiegsweg Sie einem Elektroniker konkret anbieten. Prüfen Sie danach Ihr Gehalt gegen den bayerischen Schnitt und bringen Sie beides in ein Erstgespräch mit.
Vereinbaren Sie hier Ihr kostenloses Erstgespräch zu Ihrer offenen Elektroniker-Stelle.
Ihr Hebel gegen Industrielöhne am Untermain
























