Darum geht es in diesem Artikel
Die Aufdachanlage auf einem Hof bei Ansbach ist verkauft, aber Ihnen fehlt der Monteur, der sie am Ende anschließen darf. Ihre Stellenanzeige auf den Jobportalen läuft seit Wochen, und es melden sich vor allem Helfer ohne Elektro-Gesellenbrief. Das liegt weniger an Ihrer Stellenanzeige als am Berufsbild selbst, denn der Solarteur ist kein Ausbildungsberuf.
Kein Ausbildungsberuf, 242 Tage Vakanz: zwei Bremsen hinter dem Solarteur-Fachkräftemangel in Bayern
Zwei Dinge bremsen Ihre Suche nach Photovoltaik-Monteuren in Ansbach: Der Beruf hat keinen eigenen Ausbildungsweg, und offene Stellen im Handwerk bleiben ungewöhnlich lange frei.
Der Solarteur ist laut IBC Solar kein gesetzlich geregelter Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung. Zur Prüfung zugelassen wird nur, wer einen Meistertitel oder mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in der Solartechnik nach der Gesellenprüfung mitbringt.
Einen Azubi-Jahrgang, den Sie nach der Lehre einfach übernehmen, gibt es deshalb nicht. Ihr künftiger PV-Monteur arbeitet heute als Geselle in der Elektrotechnik, im SHK-Handwerk oder auf dem Dach. Dort setzen Sie an, entweder mit eigener Weiterbildung oder mit persönlicher Ansprache.
Die zweite Bremse ist die Zeit. Offene Stellen im Handwerk blieben laut Recht und Politik (2025) im Schnitt 242 Tage unbesetzt. Über alle Berufe hinweg waren es 167 Tage.
Ihr Handwerksbetrieb wartet also gut zweieinhalb Monate länger auf neue Leute als Betriebe im Durchschnitt aller Berufe.
Gleichzeitig wächst der Bedarf. Bayern hat laut Statista mit Abstand die größte installierte Photovoltaik-Leistung aller Bundesländer, und jede neue Anlage in Mittelfranken braucht jemanden, der sie anschließt. In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit standen zum Recherchezeitpunkt bundesweit 344 offene Stellen für Solarmonteure.
Ihre Stellenanzeige auf den Jobportalen konkurriert also mit Hunderten ähnlicher Angebote um dieselben wenigen Gesellen, die gerade aktiv suchen.
Schritt 1: Klären Sie, welche Qualifikation Ihr PV-Monteur am Wechselrichter braucht
Am Wechselrichter braucht Ihr PV-Monteur den Nachweis als Elektrofachkraft, auf dem Montagegestell nicht.
Die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3 erlaubt Arbeiten an elektrischen Anlagen nur Elektrofachkräften oder Personen unter deren Leitung und Aufsicht. Das Aufständern und Verschrauben der Module ist dagegen reine Montage. Diesen Teil kann auch ein Dachdecker oder Metallbauer nach Einweisung übernehmen.
Die Trennung hat eine Kehrseite. Weil die Modulmontage keine Elektroarbeit ist, melden sich auf Ihre Stellenanzeige viele angelernte Helfer ohne Gesellenbrief. Diese Bewerbungen sortieren Sie selbst aus, denn ein Jobportal zeigt den Unterschied kaum.
Setzen Sie sich deshalb mit Ihrem Elektromeister zusammen und schreiben Sie ein Anforderungsprofil mit zwei Spalten. Links steht, was nur eine Elektrofachkraft darf, also der Anschluss auf der Gleich- und Wechselstromseite sowie die Inbetriebnahme. Rechts steht die Montage, die auch ein Geselle aus einem anderen Gewerk leisten kann.
Zuständig für diesen Schritt sind Sie selbst, und er kostet Sie ungefähr einen Arbeitstag. Im Vorstellungsgespräch fragen Sie danach gezielt nach dem Nachweis, statt über Lebensläufe zu rätseln. Woher die meisten Elektrofachkräfte kommen, zeigt unser Berufsporträt zum Elektroniker.
Schritt 2: Aus Ihrem Elektriker wird eine Fachkraft für Solartechnik, bis zu 100 Prozent gefördert
Ihren eigenen Elektriker können Sie über den Lehrgang Fachkraft für Solartechnik (HWK) zum PV-Monteur weiterqualifizieren, und die Teilnahme ist bis zu 100 Prozent förderfähig.
Die Handwerkskammer für München und Oberbayern hat diesen Lehrgang laut grüne-arbeitswelt.de (2025) neu aufgelegt. Fragen Sie trotzdem zuerst bei der Handwerkskammer für Mittelfranken nach, ob ein Termin näher an Ansbach liegt.
Was kostet der Lehrgang, und wer zahlt ihn?
Der Lehrgang kostet laut grüne-arbeitswelt.de (2025) 2.600 Euro plus Prüfungsgebühr.
Die Gebühr für die Prüfung liegt bei 210 Euro. Beide Beträge müssen nicht an Ihnen hängen bleiben. Über Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG lässt sich die Teilnahme vollständig fördern.
Die Agentur für Arbeit kann Ihnen zusätzlich bis zu 75 Prozent der Gehaltskosten erstatten, solange Ihr Mitarbeiter den Lehrgang besucht. Rechnet sich das für Sie? In den meisten Fällen ja, weil Sie keinen Fremden einarbeiten, sondern jemanden, der Ihre Baustellen schon kennt.
Den Förderantrag stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg. Klären Sie die Förderung vor der Anmeldung zum Lehrgang, denn bis zur Entscheidung wartet Ihr Mitarbeiter auf seinen Starttermin.
Welche Mitarbeiter sich für den Lehrgang eignen
Am besten passen Gesellen, die schon auf Ihren PV-Baustellen mitgearbeitet haben. Für eine spätere Solarteur-Prüfung zählt genau diese Praxis in der Solartechnik.
Ein Elektroniker bringt die Elektrofachkraft bereits mit, ein Dachdecker die Routine auf dem Dach. Wählen Sie den Mitarbeiter, dessen Lücke der Lehrgang am schnellsten schließt.
Schritt 3: Ihre Photovoltaik-Personalsuche in Mittelfranken führt über Schulen und Innungen
Externe Kandidaten erreichen Sie im Raum Ansbach am direktesten über die beruflichen Schulen und über die Innungen der verwandten Gewerke.
Berufsschule I Ansbach und Technikerschule Triesdorf
An der Staatlichen Berufsschule I Ansbach lernen im Berufsfeld Elektrotechnik die angehenden Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Das ist die typische Vorqualifikation für PV-Monteure.
Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Ansbach-Triesdorf führt eine Technikerschule für Umweltschutztechnik und regenerative Energien mit eigenem Photovoltaik-Trainingsmodul. Dort sitzen Ihre möglichen Bauleiter von morgen.
Rufen Sie die Schulleitungen an und bieten Sie Baustellenführungen oder Praktikumsplätze an, am besten im Schuljahr vor den Abschlussprüfungen.
Diese Kontakte brauchen Vorlauf. Warum so früh? Ein Absolvent, der Ihren Betrieb schon von einer Baustellenführung kennt, schaut nach dem Abschluss seltener ins Jobportal.
Gesellen aus verwandten Gewerken über die Innungen
Über die Elektro- und SHK-Innungen sowie die Dachdeckerinnung im Raum Ansbach lernen Sie Gesellen kennen, die gerade keine Stellenanzeige lesen. Auch die Netzwerke der Handwerkskammer für Mittelfranken öffnen solche Kontakte.
Diese direkte Ansprache hat im Recruiting einen eigenen Namen. Active Sourcing heißt die gezielte Direktansprache passender Kandidaten, auch solcher, die nicht aktiv suchen. Sie ersetzt Ihre Stellenanzeige nicht, erreicht aber die Leute, die eine Stellenanzeige nie sehen.
Fragen Sie außerdem Ihre eigenen Monteure, wen sie aus der Berufsschulzeit kennen. Solche Empfehlungen kommen oft von Gesellen, die selbst nie wechseln würden.
Planen Sie für diesen Weg mehrere Monate ein, denn ein zufriedener Geselle kündigt nicht nach dem ersten Innungsabend. Wie das Umfeld eines SHK-Gesellen aussieht, zeigt unser Porträt zum Anlagenmechaniker SHK.
Vier Wege, vier Vorlaufzeiten
Die Tabelle fasst zusammen, wer bei jedem Weg zuständig ist und worauf Sie warten.
| Weg | Voraussetzung | Zuständig | Worauf Sie warten |
|---|---|---|---|
| Stellenanzeige auf den Jobportalen | Fertig qualifizierter Geselle, der gerade aktiv sucht | Ihr Betrieb | Rückmeldungen der wenigen aktiv Suchenden |
| Eigener Mitarbeiter wird Fachkraft für Solartechnik (HWK) | Geselle aus Elektrotechnik oder Dachdeckerhandwerk | Handwerkskammer, Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg | Förderzusage vor Lehrgangsbeginn |
| Nachwuchs aus Berufsschule I Ansbach und BSZ Ansbach-Triesdorf | Kontakt zu den Schulleitungen | Schulen | Abschluss am Ende des Schuljahres |
| Gesellen aus verwandten Gewerken | Präsenz bei Innungen und Kammer | Innungen, Handwerkskammer für Mittelfranken | Mehrere Monate bis zum Wechsel |
Welches Gehalt müssen Sie in Bayern für einen PV-Monteur bieten?
Planen Sie ein Gehalt, das neben dem bayerischen Höchstwert für Solarinstallateure besteht: Der liegt laut powerus.de bei 35.950 Euro brutto im Jahr.
In Hessen erreicht derselbe Höchstwert 47.300 Euro. Auf bundesweiten Jobportalen steht Ihr Angebot direkt neben solchen Zahlen, und ein Geselle vergleicht in Sekunden.
Die harte Wahrheit: Ein Gehalt, das Sie verschweigen, liest jeder Bewerber als das niedrigste. Nennen Sie deshalb eine Spanne. Stellen Sie daneben, was ein Betrieb aus Ansbach bietet, etwa kurze Wege zu den Baustellen in der Region.
Solarteure jenseits der Jobportale rekrutieren: Ihr Engpass ist die Zeit neben der Baustelle
Alle drei Schritte greifen, aber jeder kostet Stunden, die Sie als Chef eines PV-Betriebs eigentlich auf dem Dach oder beim Kunden brauchen.
Warum Schulkontakte und Innungsabende allein nicht reichen
Im Klartext: Die Stellenanzeige auf den Jobportalen erreicht nur die wenigen Gesellen, die gerade aktiv suchen. Schulkontakte und Innungsabende liefern neue Leute nur im Takt von Schuljahr und Versammlungen. Bei durchschnittlich 242 Tagen Vakanz im Handwerk genügt dieser Takt allein nicht.
Was Ihre Lücke schließt, ist die persönliche Ansprache von Gesellen mit Elektrofachkraft-Nachweis im Umkreis von Ansbach. Gemeint sind die Leute, die heute zufrieden zwischen Feuchtwangen und Rothenburg auf fremden Dächern stehen. Dazu gehört ein Telefonat vorab, das Nachweis und Pendelweg prüft.
Auch dieser Weg bleibt ein Kanal, er besetzt Ihre Stelle noch nicht von selbst.
Um genau diese Gesellen zwischen Feuchtwangen und Rothenburg geht es, wenn wir bei FokusFachkraft Ihre offene Stelle für einen PV-Monteur angehen. Unsere Mitarbeiter-Maschine 2.0 nutzt dafür KI-basiertes Regional Recruiting, also die datengestützte, direkte Ansprache passender Fachkräfte in Ihrer Region, auch wenn diese nicht suchen.
Ergänzend greifen wir auf unseren regionalen Bewerberpool zurück, also auf Fachkräfte, die ihre Wechselbereitschaft bereits signalisiert haben. Im telefonischen Bewerberscreening prüfen wir anschließend fachliche Eignung und Pendelbereitschaft. Für Ihre Stelle bedeutet fachliche Eignung vor allem den Elektrofachkraft-Nachweis.
Unsere Arbeit reicht bis zur telefonischen Vorauswahl, die Auswahl im Vorstellungsgespräch treffen Sie. Welche Wege wir kombinieren, entscheidet Ihre Stelle und nicht ein Etikett. Wie unser Ablauf im Einzelnen aussieht, beschreibt unsere Seite zur Mitarbeitergewinnung.
8 bis 10 qualifizierte Bewerbungen je Position entstehen so nach unseren Erfahrungswerten, statt eines Postfachs voller Helfer ohne Gesellenbrief. Über alle betreuten Positionen liegen wir bei durchschnittlich 26 Tagen bis zur Besetzung, nachzulesen in unseren Kundenergebnissen. Messen können Sie uns am Ergebnis, und das ist mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung.
Was Sie in Ansbach als Nächstes anstoßen
Den ersten und zweiten Schritt können Sie sofort selbst beginnen, weil beides vor allem Ihre Zeit kostet und die Förderung den Lehrgang trägt. Rufen Sie diese Woche die Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg an und klären Sie die Förderung für Ihren besten Elektriker.
Für die externe Suche lohnt ein Gespräch darüber, wie viele Gesellen mit Elektrofachkraft-Nachweis in Ihrem Umkreis tatsächlich erreichbar sind.
Jetzt kostenloses Erstgespräch zu Ihrer PV-Monteur-Stelle in Ansbach vereinbaren
Ihr Fahrplan für die nächste Woche in Ansbach
























