Darum geht es in diesem Artikel
Bremen gehört zum Tarifgebiet des Tischlerhandwerks Nordwest. Nach diesem Tarif bekommt ein Geselle seit 1. Februar 2026 im Monat brutto 2.839 Euro (EG 4), 3.072 Euro (EG 5) oder 3.339 Euro (EG 6, das Eckentgelt). Zahlen müssen Sie diesen Tarif, wenn Ihr Betrieb und der Geselle beide tarifgebunden sind. Bei öffentlichen Aufträgen im Land Bremen ab 10.000 Euro netto gelten dieselben Stundenentgelte auch ohne Tarifbindung, über die Bremer Entgelttabelle Nr. 07 für Tischlerleistungen. Sonst ist die gesetzliche Untergrenze der Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde. Für Unternehmen des Landes und Zuwendungsempfänger gilt stattdessen der Bremer Landesmindestlohn von 14,87 Euro.
Welcher Tarif für Tischler in Bremen gilt
Bremen hat keinen eigenen Tischlertarif. Bremen gehört zum Tarifgebiet des Tischlerhandwerks Nordwest, zusammen mit Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Den Entgelttarifvertrag schließt die IG Metall mit den Arbeitgeberverbänden des Tischlerhandwerks im Nordwesten. Für Bremen sitzt auf Arbeitgeberseite der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen mit am Verhandlungstisch.
Für Gesellen sind drei Entgeltgruppen (EG) wichtig. Ihre Werte gelten seit 1. Februar 2026.
| Entgeltgruppe | Monat brutto | Stunde brutto |
|---|---|---|
| EG 4 | 2.839 Euro | 16,95 Euro |
| EG 5 | 3.072 Euro | 18,34 Euro |
| EG 6, Eckentgelt | 3.339 Euro | 19,94 Euro |
Die Monatswerte stammen aus der Tabelle der IG Metall. Den Stundenwert im Eckentgelt nennt der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen, die beiden anderen Stundenwerte die Übersicht des Tarifregisters NRW.
Was Sie einem Gesellen zahlen
Die genaue Eingruppierung regelt der Entgeltrahmentarifvertrag. Seinen Text stellt die Tischler-Innung Bremen ihren Mitgliedern zur Verfügung. Öffentlich lesbar sind zwei Quellen. Die Übersicht des Tarifregisters NRW stammt aus einem anderen Land desselben Tarifgebiets. Dazu kommt das Bremer Lohngitter, also die Bremer Entgelttabelle Nr. 07 für öffentliche Tischleraufträge. Für die Entgeltgruppen 4 und 5 beschreiben beide die Gesellen gleich.
Direkt nach der Ausbildung gehört ein Geselle in die EG 4, das sind 2.839 Euro brutto im Monat oder 16,95 Euro je Stunde. Ab Monat 19 nach der Ausbildung gehört er in die EG 5, das sind 3.072 Euro im Monat oder 18,34 Euro je Stunde. Eckentgelt nennt der Tarif die EG 6 mit 3.339 Euro im Monat oder 19,94 Euro je Stunde. Diese Gruppe gilt für Gesellen, die nach allgemeiner Einweisung selbständig arbeiten, so beschreibt es das Bremer Lohngitter. Das Lohngitter setzt dafür das Ende des dritten Jahres nach der Ausbildung an; ob der Tariftext dieselbe Stufe nennt, ist öffentlich nicht prüfbar. Einem frisch ausgelernten Gesellen schulden Sie bei Tarifbindung damit die EG 4 und noch nicht das Eckentgelt.
Aufs Jahr gerechnet ergibt das Eckentgelt mal zwölf 40.068 Euro brutto, ohne Urlaubsgeld und Sonderzahlung. In der EG 4 sind es 34.068 Euro. Berufseinsteiger im Tischlerhandwerk Nordwest haben 26 Urlaubstage, alle zwei Jahre kommt ein Tag hinzu, nach mehr als zehn Berufsjahren sind es 31 Tage. Urlaubsgeld, Jahressonderzahlung und Wochenarbeitszeit ließen sich für Bremen anhand öffentlicher Quellen nicht prüfen, deshalb fehlen sie hier.
Wann Sie den Tarif zahlen müssen
Ob der Tarif für Ihren Betrieb Pflicht ist, regelt das Tarifvertragsgesetz (TVG). Nach § 4 Abs. 1 TVG ist die Tabelle Pflicht, wenn Arbeitgeber und Beschäftigter beide tarifgebunden sind. Dann dürfen Sie nicht weniger zahlen, als die Tabelle vorsieht.
Tarifgebunden sind nach § 3 Abs. 1 TVG die Mitglieder der Parteien, die den Tarif abschließen. Im Tischlerhandwerk Nordwest sind das die IG Metall und die Tischlerverbände, für Bremen der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen. Ein Geselle ist also tarifgebunden, wenn er Mitglied der IG Metall ist. Auf der Seite der Betriebe ist der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen der Zusammenschluss der Innungen, zu denen die Tischler-Innung Bremen gehört.
Zum Abschluss 2023 schrieb die IG Metall, er gelte für alle Innungsbetriebe in den fünf Ländern des Tarifgebiets. Die Meldung zum geltenden Abschluss 2024 erwähnt Innungsbetriebe nicht. Ob Ihr Betrieb über die Innung gebunden ist, erfahren Sie deshalb am verlässlichsten bei der Tischler-Innung Bremen.
Allgemeinverbindlich heißt, dass ein Tarif für alle Betriebe der Branche in seinem Gebiet gilt, auch ohne Mitgliedschaft im Verband. Diese Erklärung gibt es für das Tischlerhandwerk Nordwest nicht. Im bundesweiten Verzeichnis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales steht das Tischlerhandwerk mit Stand 1. Oktober 2026 nur für Hessen und Rheinland-Pfalz. Einen Branchenmindestlohn für Tischler gibt es ebenfalls nicht.
Öffentliche Aufträge im Land Bremen
Bei öffentlichen Aufträgen im Land Bremen kommt eine eigene Lohnpflicht hinzu, die nicht von der Tarifbindung abhängt. Öffentliche Bau- und Dienstleistungsaufträge erhalten im Land Bremen nur Unternehmen, die sich bei der Angebotsabgabe schriftlich verpflichten, ihren Beschäftigten ein tätigkeitsspezifisches Mindestentgelt zu zahlen. Die Höhe legt der Senat jährlich per Verordnung in Lohngittern fest und soll dabei die einschlägigen Branchentarifverträge berücksichtigen.
Für Tischlerleistungen gilt die Bremer Entgelttabelle Nr. 07, in der aktuellen Fassung seit 27. November 2025. Für Gesellen nennt sie dieselben Stundenwerte wie der Tarif, 16,95 Euro in der EG 4, 18,34 Euro in der EG 5 und 19,94 Euro in der EG 6. Erfasst sind zum Beispiel Tischler- und Holzarbeiten, der Einbau von Trennwänden und abgehängten Decken und die Reparatur von Möbeln. Die Entgelte gelten für alle Beschäftigten, die bei der Ausführung eingesetzt werden, auch für Leiharbeitnehmer. Die Pflicht entsteht durch die Erklärung im Vergabeverfahren, nicht durch eine Mitgliedschaft in Innung oder Verband.
Seit 2. Oktober 2026 gelten die Bremer Mindestentgeltregeln für Bau- und Dienstleistungsaufträge ab einem geschätzten Auftragswert von 10.000 Euro ohne Umsatzsteuer. Geben Sie einen Teil des Auftrags an einen Nachunternehmer weiter, müssen Sie mit ihm dieselben Mindestentgelte vereinbaren. Arbeitet Ihre Tischlerei selbst als Nachunternehmer, gilt die Tabelle über diese Vereinbarung auch für Sie. Bis zum 18. Oktober 2026 ist keine neuere Bremer Tabelle für Tischlerleistungen verkündet. Weil der Senat die Lohngitter jährlich festlegt, prüfen Sie vor jedem Angebot, welche Fassung gilt.
Der Bremer Landesmindestlohn von 14,87 Euro je Stunde gilt seit 1. April 2026 nicht allgemein für private Betriebe. Er gilt unter anderem für das Land Bremen und die Unternehmen, die dem Land gehören, für Empfänger von Landeszuwendungen und für öffentliche Aufträge. In der Bremer Entgelttabelle für Tischlerleistungen ist er nur die Untergrenze der untersten Gruppe für Tätigkeiten ohne Fachkenntnisse.
Trifft nichts davon zu, bleibt als Untergrenze der gesetzliche Mindestlohn. Er liegt bundesweit seit 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto je Stunde und steigt am 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Die Gesellengruppe EG 4 liegt mit 16,95 Euro je Stunde 3,05 Euro darüber.
Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall sind die Tischler-Innung Bremen und die Handwerkskammer Bremen die richtigen Stellen. Mitgliedern bietet die Innung auch arbeitsrechtliche Auskünfte durch Verbandsanwälte. Weitere Beiträge zum Thema finden Sie unter Recht, Steuer und Vertrag.
Was Fachkräfte im Land Bremen verdienen
Was Betriebe ihren Fachkräften zahlen, misst die Bundesagentur für Arbeit im Entgeltatlas. Einen eigenen Wert für die Stadt Bremen gibt es im Entgeltatlas nicht. Ausgewiesen ist nur das Land Bremen mit Bremerhaven.
Im Land Bremen verdienen Vollzeit-Fachkräfte in den Berufen im Holz-, Möbel- und Innenausbau (KldB 22342) im Median 3.335 Euro brutto im Monat, einschließlich Sonderzahlungen und zum Stichtag 31. Dezember 2025. Zu dieser Berufsgruppe zählt die Bundesagentur für Arbeit Tischler und Schreiner, Bautischler dagegen zu einer anderen. Ein Viertel dieser Fachkräfte verdient weniger als 2.827 Euro, ein Viertel mehr als 3.921 Euro. Bundesweit liegt der Median für dieselbe Gruppe bei 3.355 Euro.
Der Entgeltatlas zählt Bruttomonatsentgelte einschließlich Sonderzahlungen am 31. Dezember. Die Tariftabelle nennt das Grundentgelt ohne Urlaubsgeld und Sonderzahlung. Zum selben Stichtag 31. Dezember 2025, also vor der Erhöhung am 1. Februar 2026, lag das Eckentgelt der EG 6 bei 3.261 Euro und die EG 4 bei 2.772 Euro im Monat. Der Bremer Median lag an diesem Tag 74 Euro über dem Eckentgelt. Die Grenze zum unteren Viertel lag mit 2.827 Euro über der EG 4. Ob einzelne Betriebe unter Tarif zahlen, lässt sich aus diesen Werten deshalb nicht ablesen.
Mehr zum Beruf finden Sie auf der Seite Tischler und Schreiner, zur Branche unter Tischlerei und Schreinerei. Wie Bremer Betriebe Tischler selbst weiterbilden, beschreibt der Beitrag Tischler intern weiterbilden in Bremen. Gehaltswerte aus Schleswig-Holstein finden Sie unter Tischler-Gehalt in Lübeck.
Wie lange die Tabelle gilt
Die aktuellen Werte gelten seit 1. Februar 2026. Der Entgelttarifvertrag dahinter kann erstmals zum 30. November 2026 gekündigt werden; ohne Kündigung gilt er weiter. Bis zum 18. Oktober 2026 ist noch kein neuer Abschluss veröffentlicht. Schauen Sie nach der nächsten Tarifrunde noch einmal in die Tabelle, bevor Sie einem Gesellen ein schriftliches Angebot machen.
Drei Schritte vor Ihrem nächsten Angebot
Klären Sie mit der Tischler-Innung Bremen, ob Ihr Betrieb tarifgebunden ist.
Prüfen Sie bei jedem öffentlichen Auftrag im Land Bremen ab 10.000 Euro netto, auch als Nachunternehmer, die Bremer Entgelttabelle Nr. 07 für Tischlerleistungen. In dieser Tabelle gelten für Gesellen dieselben Stundenwerte wie im Tarif, auch ohne Tarifbindung.
Bauen Sie Ihr Angebot danach auf der Tabelle des Tischlerhandwerks Nordwest auf. Ohne Tarifbindung und ohne öffentlichen Auftrag ist der Mindestlohn von 13,90 Euro die gesetzliche Untergrenze, für Unternehmen des Landes und Zuwendungsempfänger der Landesmindestlohn von 14,87 Euro.
Wie ein guter Geselle von Ihrem Angebot erfährt
Mit der Tabelle wissen Sie, was ein Geselle bei Ihnen mindestens verdient, wenn der Tarif oder die Bremer Entgelttabelle für Ihren Betrieb gilt. Ob ein guter Geselle Ihr Angebot überhaupt zu sehen bekommt, ist eine zweite Frage.
Gute Gesellen haben meistens schon eine feste Stelle in einer anderen Werkstatt und suchen selbst nicht aktiv nach etwas Neuem. Ihre Stellenanzeige sehen sie deshalb oft gar nicht. Wechseln würden viele trotzdem, zum Beispiel weil es im Team nicht mehr passt oder der Weg zur Arbeit zu lang geworden ist. Von sich aus melden sie sich aber nicht. Ein Lohn nach Tabelle hilft Ihnen deshalb erst, wenn diese Gesellen von Ihrer Stelle erfahren.
Bei FokusFachkraft warten wir deshalb nicht darauf, dass diese Gesellen Ihre Stellenanzeige finden. Wir machen Ihre Tischlerei in der Region als Arbeitgeber sichtbar und sprechen passende Gesellen direkt an. Diesen Weg nennen wir Mitarbeiter-Maschine 2.0. Die ersten Gespräche führen unsere Recruiter selbst. Dabei prüfen sie fachliche Eignung, Wechselbereitschaft, Verfügbarkeit, Entfernung und die Erwartungen des Gesellen, auch an den Lohn. Sie selbst sprechen danach nur mit den Gesellen, die zu Ihrer Stelle passen. Die Entscheidung, wen Sie einstellen, bleibt bei Ihnen. Je nach Position gibt es eine schriftliche Bewerbergarantie und zusätzlich eine Einstellungsgarantie.
Wie viele passende Gesellen im Umkreis Ihrer Werkstatt erreichbar sind, schätzen wir im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen ein.

























