Darum geht es in diesem Artikel
Bis zu 75 % des Lohns erstattet die Agentur für Arbeit einer kleinen Tischlerei in Schweinfurt, solange ein eigener Mitarbeiter zum Tischler umgeschult wird. Hinzu kommen die Lehrgangskosten bis zur vollen Höhe sowie ein bayerischer Zuschuss aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für externe Kurse. Welcher Weg zu Ihrer Werkstatt passt und was Sie am Ende selbst tragen, rechnen wir hier Zeile für Zeile durch.
1.965 Euro im Monat: so viel Lohnzuschuss bekommt Ihre Tischlerei für einen Umschüler
Maximal 1.965 Euro im Monat übernimmt die Agentur für Arbeit vom Lohn, wenn sich ein Mitarbeiter auf Einstiegslohn in Ihrem Betrieb zum Tischler qualifiziert. Die Grundlage ist das Qualifizierungschancengesetz, also § 82 SGB III, das kleinen Betrieben bis zu 75 % des Arbeitsentgelts erstattet (laut WBS Training). Die Lehrgangskosten übernimmt die Agentur in dieser Betriebsgröße sogar bis zur vollen Höhe.
Als klein gilt im Gesetz ein Betrieb mit weniger als 50 Beschäftigten. Laut Handwerkskammer für Unterfranken zählte die Stadt Schweinfurt 2025 genau 644 Handwerksbetriebe. Rechnerisch arbeiten darin im Schnitt gut acht Menschen pro Betrieb.
Ihre Werkstatt liegt damit mit großer Wahrscheinlichkeit in der Klasse mit dem höchsten Fördersatz.
Die harte Wahrheit: Fast jeder Ratgeber zur Tischler-Umschulung erklärt nur den Bildungsgutschein, und der richtet sich an Arbeitslose. Für Ihren Mitarbeiter mit laufendem Arbeitsvertrag ist der Zuschuss an Ihren Betrieb der richtige Weg, ergänzt um bayerische Programme.
Ab 2.620 Euro brutto: der Tischlerlohn, an dem Ihr Zuschuss hängt
Ab rund 2.620 Euro brutto im Monat verdient ein Tischler beim Berufseinstieg (laut Lohnspiegel). Ihr Zuschuss bemisst sich an genau diesem Arbeitsentgelt, deshalb bestimmt der Lohn Ihres Mitarbeiters die Höhe in Euro. Für die Vollkosten in der Tabelle rechnen wir als Annahme rund 20 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf das Brutto.
Diesen Aufschlag können Sie jederzeit durch den tatsächlichen Arbeitgeberanteil Ihres Betriebs ersetzen.
| Erfahrungsstufe | Brutto/Monat | Brutto/Jahr | Arbeitgeber-Vollkosten/Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Einsteiger (Tischler/in) | ca. 2.620 € | ca. 31.440 € | ca. 37.728 € (Annahme: Brutto plus 20 %) | lohnspiegel.de, Bundeswert |
| Erfahren (Bayern) | ca. 3.200 € | ca. 38.400 € | ca. 46.080 € (Annahme: Brutto plus 20 %) | lohnspiegel.de, Bayern |
| Senior (Tischlermeister/in, Bayern) | ca. 3.333 € (rechnerisch) | ca. 40.000 € | ca. 48.000 € (Annahme: Brutto plus 20 %) | stepstone.de, Bayern |
Für die Rechnung weiter unten nutzen wir die Einsteiger-Zeile. Warum gerade diese? Ein Mitarbeiter, den Sie intern zum Tischler qualifizieren, ist heute noch keine Fachkraft und verdient selten mehr als ein Berufseinsteiger.
Warum Werkstätten unter 50 Beschäftigten den höchsten Fördersatz bekommen
Der Gesetzgeber staffelt die Förderung nach Betriebsgröße, und die kleinsten Betriebe erhalten den größten Anteil.
Welche Förderung passt zu einer Tischlerei mit acht Leuten?
Für eine Tischlerei mit acht Beschäftigten ist das Qualifizierungschancengesetz der wichtigste Förderweg. Ab 50 Beschäftigten sinkt der Zuschuss auf höchstens die Hälfte, die genauen Stufen zeigt die Übersicht am Ende dieses Abschnitts.
Bevor Sie planen, sprechen Sie mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Die Berater dort prüfen, ob Ihr Mitarbeiter, der Lehrgang und der Bildungsträger die Voraussetzungen erfüllen.
Zusätzlich fördert der Freistaat über das Programm ESF+ Betriebliche Weiterbildung bis zu 40 % der Kosten externer Bildungsanbieter (laut Förderdatenbank des Bundes). ESF+ ist der Europäische Sozialfonds, den Bayern mit eigenen Programmen umsetzt. Denselben Euro können Sie allerdings nicht doppelt fördern lassen.
Interessant wird ESF+ deshalb für Kurse, die die Agentur nicht übernimmt, etwa einen CNC-Programmierlehrgang der Handwerkskammer für Unterfranken.
Qualifizierungsgeld: 60 % Lohnersatz, aber nur bei Strukturwandel
Seit April 2024 ersetzt das Qualifizierungsgeld Beschäftigten 60 % des Nettolohns, der während der Weiterbildung ausfällt (laut Weiterbildungslotse Bayern). Mit mindestens einem Kind steigt der Satz auf 67 %. Gedacht ist es für Betriebe, deren Arbeitsplätze durch Strukturwandel gefährdet sind.
Im Klartext: Eine Tischlerei, die zusätzliche Tischler braucht, erfüllt diese Bedingung in aller Regel nicht.
6,7 % Bayern-Aufschlag und ein Meisterbonus: was den Lohn Ihres Umschülers später hebt
Tischler in Bayern verdienen laut jobs-regional.de im Schnitt rund 6,7 % mehr als im Bundesdurchschnitt. Für Ihren Zuschuss ist das eine gute Nachricht, denn mit dem Lohn wächst auch der Betrag, den die Agentur übernimmt.
Nach oben verschieben vor allem CNC-Kenntnisse das Lohnband, etwa die Programmierung eines Homag-Bearbeitungszentrums mit der Software WoodWOP.
Besteht Ihr Mitarbeiter später die Meisterprüfung, zahlt ihm der Freistaat Bayern einen Meisterbonus von 3.000 Euro (laut IHK Würzburg-Schweinfurt). Das Geld geht an ihn, nicht an Ihren Betrieb. Es ist aber ein handfestes Argument, damit er nach der Umschulung bei Ihnen bleibt.
Die Übersicht fasst die Förderwege zusammen, die einer Schweinfurter Tischlerei offenstehen. Weitere Kostenthemen rund um Personal finden Sie in unserem Wissensbereich.
| Förderweg | Wer erhält das Geld | Fördersatz | Für eine kleine Tischlerei | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Qualifizierungschancengesetz, unter 50 Beschäftigte | Betrieb | bis zu 100 % Lehrgang, bis zu 75 % Lohn | Hauptweg | wbstraining.de (§ 82 SGB III) |
| Qualifizierungschancengesetz, 50 bis 499 Beschäftigte | Betrieb | bis zu 50 % Lehrgang, bis zu 50 % Lohn | nicht relevant | wbstraining.de (§ 82 SGB III) |
| Qualifizierungschancengesetz, ab 500 Beschäftigte | Betrieb | bis zu 25 % | nicht relevant | wbstraining.de (§ 82 SGB III) |
| Qualifizierungsgeld (seit April 2024) | Beschäftigte | 60 % der Nettoentgeltdifferenz, mit Kind 67 % | selten, nur bei Strukturwandel | kommweiter.bayern.de |
| ESF+ Betriebliche Weiterbildung (Bayern) | Betrieb | bis zu 40 % externer Kurskosten | ergänzend, nicht für dieselben Kosten | foerderdatenbank.de |
| Meisterbonus Bayern | Absolvent | 3.000 € pauschal | später, als Bindungsargument | wuerzburg.ihk.de |
Ihr Eigenanteil sinkt auf 1.179 Euro im Monat, wenn Sie intern qualifizieren
Mit Zuschuss kostet Sie ein Mitarbeiter in der Qualifizierung rund 1.179 Euro im Monat statt der vollen Personalkosten. Jede Zeile der Rechnung ist eine Annahme, die Sie durch Ihre eigenen Werte ersetzen können.
Der Zuschuss deckt die Zeiten ab, in denen Ihr Mitarbeiter lernt statt arbeitet. Die Rechnung unterstellt deshalb einen Lehrgang in Vollzeit.
Neben dem Lohn bestimmt die Dauer Ihren Gesamtbetrag. Wie lange zahlen Sie also? Eine Vollzeit-Umschulung zum Tischler dauert 24 bis 30 Monate, die Rechnung setzt die kürzere Dauer an.
| Position | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Bruttolohn Ihres Mitarbeiters (Einsteiger-Zeile) | 2.620 € pro Monat | lohnspiegel.de, änderbar |
| Arbeitgeber-Vollkosten (Brutto plus 20 %) | 3.144 € pro Monat | Annahme, änderbar |
| Lohnzuschuss der Agentur (bis zu 75 % des Bruttos) | abzüglich 1.965 € pro Monat | § 82 SGB III |
| Lehrgangskosten (bis zu 100 % gefördert) | 0 € Eigenanteil | § 82 SGB III |
| Ihr Eigenanteil pro Monat | 1.179 € | 3.144 € abzüglich 1.965 € |
| Dauer der Umschulung | 24 Monate | Annahme, untere Grenze von 24 bis 30 Monaten |
| Ergebnis: Ihr Eigenanteil gesamt | 28.296 € | 1.179 € × 24 Monate |
Ohne Förderung hätten Sie in denselben 24 Monaten die vollen Personalkosten getragen, rechnerisch 75.456 Euro. Die 75 % sind dabei eine Obergrenze, die genaue Höhe legt die Agentur im Einzelfall fest.
Unterm Strich zahlen Sie rund 28.296 Euro Eigenanteil für einen Tischler aus den eigenen Reihen.
Für 224 Tage Vakanz im Handwerk kommt Ihr Umschüler zu spät
Eine gemeldete Stelle im Handwerk blieb 2024 laut Bundesagentur für Arbeit im Schnitt 224 Tage offen. Über alle Berufe hinweg waren es 160 Tage. Eine eigene Zahl für Tischler in Schweinfurt veröffentlicht keine Statistik, weil die Fallzahl dafür zu klein ist.
Ihr Umschüler schließt die Lücke in Ihrer Werkstatt frühestens nach zwei Jahren, und so lange warten Ihre Kunden nicht.
Eine Stellenanzeige auf den Jobportalen oder in der Jobbörse der Handwerkskammer erreicht nur Gesellen, die gerade aktiv suchen. Um diese wenigen Gesellen werben zugleich viele der 749 Tischlerbetriebe im Kammerbezirk Unterfranken (Handwerkskammer für Unterfranken, 2025). Ein Leiharbeiter aus der Arbeitnehmerüberlassung überbrückt Wochen, aber keine zwei Jahre Umschulung.
Keiner dieser Wege reicht für Ihre Werkstatt allein aus. Was Ihre Lage verlangt, ist Active Sourcing, also die gezielte persönliche Ansprache von Tischlergesellen zwischen Haßfurt und Kitzingen, die heute gar nicht suchen. Ergänzt um Empfehlungen aus Ihrer Belegschaft erreicht dieser Weg Fachleute, die von Ihrer Stelle sonst nie erfahren würden.
Bis Ihr Umschüler vor dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer für Unterfranken steht, suchen wir bei FokusFachkraft den fertigen Gesellen, der Ihre Werkstatt so lange trägt. Den Förderantrag stellen Sie mit der Agentur für Arbeit, unser Teil reicht bis zur telefonischen Vorauswahl.
Unsere Mitarbeiter-Maschine 2.0 verbindet einen sichtbaren Arbeitgeberauftritt Ihres Betriebs mit der direkten Ansprache passender Fachkräfte in Ihrer Region. Jeder Kandidat durchläuft danach ein telefonisches Bewerberscreening auf Eignung und Pendelbereitschaft, bevor er bei Ihnen vorspricht. Mehr zu unserem Ansatz lesen Sie auf der Seite zur Mitarbeitergewinnung.
Sie bekommen dabei keine einzelne Stellenanzeige, sondern ein Ergebnis: die besetzte Stelle in Ihrer Werkstatt. Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei ⌀ 26 Tagen bis zur Besetzung. Die Zahlen dazu finden Sie in unseren Kundenergebnissen.
Mit 450+ Fachbetrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten wir bereits zusammen. Messen können Sie uns an mindestens einer vertraglich garantierten Einstellung.
Für Ihre Werkstatt folgen daraus zwei Schritte. Welcher kommt zuerst? Sie rechnen Ihren Eigenanteil mit dem echten Lohn Ihres Kandidaten nach und lassen die Voraussetzungen beim Arbeitgeber-Service prüfen.
Parallel klären Sie, wie Sie die zwei Jahre bis zur Gesellenprüfung mit einem fertigen Tischler überbrücken.
Jetzt kostenloses Erstgespräch für Ihre Tischlerei in Schweinfurt vereinbaren
Erst den Eigenanteil rechnen, dann die zwei Jahre bis zur Prüfung absichern


























