Darum geht es in diesem Artikel
Die Vakanzkosten-Zahl aus einer StepStone-Studie, die zu diesem Thema kursiert, gilt für IT-Stellen und nicht für Aufzugsmonteure. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Monatswert einer offenen Monteurstelle mit Ihren eigenen Auftrags- und Lohndaten berechnen. Außerdem erfahren Sie, was die Vakanzzeit der Bundesagentur für Arbeit misst und warum die Einarbeitung von Quereinsteigern die Rechnung verlängert.
Warum es für Aufzugsmonteure in Bochum keine fertige Vakanzkosten-Zahl gibt
Im Netz kursiert die Angabe, jede unbesetzte Stelle koste ein kleines oder mittleres Unternehmen 19.269 Euro. Für Ihren Aufzugsbetrieb taugt diese Zahl nicht.
Sie stammt aus einer StepStone-Studie aus dem Jahr 2022. Dort bezieht sie sich ausschließlich auf IT-Stellen in Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten (heise online, Stand: Mai 2022).
Über Monteure im Aufzugsbau sagt sie nichts aus.
StepStone hat den Tagessatz einer Position, also ihr auf einen Arbeitstag umgerechnetes Gehalt, mit der Zahl der Tage bis zur Besetzung multipliziert. Die Dauer übernahm StepStone von der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Die Studie unterstellt dabei, dass eine Fachkraft mindestens so viel erwirtschaftet, wie sie verdient. Diese pauschale Annahme ersetzen Sie im Folgenden durch die Werte Ihres eigenen Betriebs.
Die Rechnung in diesem Beitrag ist deshalb ein eigenes Modell und kein Verfahren der Studie. Gemeinsam ist beiden nur der Grundgedanke: der Wert eines offenen Monats mal die Dauer der Suche.
Warum die Rechnung ohne fremde Gehaltszahlen auskommt
Gehaltsangaben aus Stellenportalen sind für Aufzugsmonteure in Nordrhein-Westfalen nicht belastbar belegt. Die Rechnung arbeitet deshalb nicht mit fremden Durchschnittswerten.
Sie setzen deshalb Ihre eigenen Lohn- und Auftragsdaten ein.
So rechnen Sie den Monatswert einer offenen Aufzugsmonteur-Stelle selbst
Der Monatswert ist der Betrag, den Sie ein Monat mit unbesetzter Stelle unterm Strich kostet. Er hängt davon ab, welche Arbeit liegen bleibt.
Welche Arbeit das sein kann, zeigt BERUFENET, die Berufsdatenbank der BA. Danach bauen Aufzugsmonteure neue Aufzüge ein und nehmen sie in Betrieb.
Sie prüfen und warten bestehende Anlagen, beseitigen Störungen und modernisieren ältere Aufzüge (BERUFENET, abgerufen im September 2026). Dazu kommen der Notdienst und die Einweisung von Kunden.
Die Rechnung in drei Zeilen
Rechnen Sie für einen typischen Monat, in dem die Stelle offen ist:
| Zeile | Was Sie einsetzen | Wirkung |
|---|---|---|
| Entgangener Deckungsbeitrag | Aufträge, die ganz wegfallen, weil Sie sie ablehnen oder der Kunde abspringt: Umsatz abzüglich Material und Fremdleistung | erhöht den Monatswert |
| Kosten für übernommene Arbeit | die zusätzlichen Überstunden und Bereitschaftszeiten, die erst durch die offene Stelle entstehen, sowie die vollen Rechnungen von Subunternehmern für diese Arbeit | erhöht den Monatswert |
| Eingesparte Personalkosten | das Monatsbrutto der offenen Stelle mal 1,21 | senkt den Monatswert |
Zählen Sie jeden Auftrag nur einmal: als entgangenen Deckungsbeitrag, wenn er wegfällt, oder in der zweiten Zeile, wenn jemand anderes ihn übernimmt.
Die dritte Zeile gehört ehrlich dazu. Solange die Stelle offen ist, zahlen Sie dafür kein Gehalt. Deshalb setzen Sie in der zweiten Zeile die volle Rechnung des Subunternehmers an und nicht nur den Aufpreis gegenüber Ihrer eigenen Stunde; sonst ziehen Sie die Ersparnis zweimal ab.
Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen
Die folgenden Beträge sind runde Beispielwerte zur Veranschaulichung. Sie sind keine Markt- oder Gehaltswerte für Aufzugsmonteure.
| Posten im Beispiel | Betrag |
|---|---|
| Entgangener Deckungsbeitrag weggefallener Aufträge | + 4.000 € |
| Zusätzliche Überstunden samt Arbeitgeberanteil | + 1.000 € |
| Volle Rechnungen eines Subunternehmers | + 3.000 € |
| Eingespartes Monatsbrutto von 3.000 € mal 1,21 | − 3.630 € |
| Monatswert im Beispiel | 4.370 € |
Mit Ihren eigenen Zahlen fällt das Ergebnis anders aus. Entscheidend ist, dass jede Zeile aus Ihren Unterlagen stammt.
Woher Sie die Werte nehmen
Der Deckungsbeitrag ist der Umsatz eines Auftrags abzüglich der Kosten, die direkt an ihm hängen, etwa Material und zugekaufte Leistungen. Er zeigt, was ein Auftrag zur Deckung Ihrer festen Kosten beiträgt.
Die nötigen Angaben liegen in Ihrem Betrieb bereits vor. Tragen Sie sie für einen Monat zusammen:
- Auftragsbuch und Anfragen: welche Montagen, Modernisierungen oder Wartungstermine ganz weggefallen sind.
- Stundenzettel und Lohnabrechnung: die zusätzlichen Überstunden und Bereitschaftszeiten, die durch die offene Stelle entstehen, etwa im Vergleich mit einem Monat, in dem das Team vollständig war.
- Rechnungen von Subunternehmern: was Sie für fremde Monteure gezahlt haben.
Ein eigener Posten: verlorene Wartungskunden
Wechselt ein Wartungskunde wegen der Lücke zu einem anderen Anbieter, fehlt Ihnen sein Deckungsbeitrag auch nach der Besetzung. Dieser Verlust endet also nicht mit der Vakanz.
Setzen Sie ihn deshalb als eigenen Posten neben der Monatsrechnung an, zum Beispiel mit dem Deckungsbeitrag eines Vertragsjahres. In die erste Zeile gehört er nicht, sonst zählen Sie ihn doppelt.
Warum der Faktor 1,21?
Zum Bruttogehalt kommt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Er beträgt 2026 rund 21 Prozent des Bruttoentgelts, solange das Gehalt unter den Beitragsbemessungsgrenzen liegt (lohn-info.de, abgerufen im September 2026).
Umlagen und der Beitrag zur Berufsgenossenschaft kommen noch hinzu. Den genauen Satz für Ihren Betrieb kennt Ihr Lohnbüro.
Derselbe Aufschlag gilt für zusätzlich bezahlte Überstunden. Setzen Sie deshalb auch in der zweiten Zeile diese Stunden mit dem Arbeitgeberanteil an.
Ein Posten, den Pauschalrechnungen leicht übersehen: der Notdienst
BERUFENET nennt Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft für den Notdienst an Aufzügen ausdrücklich als Arbeitsbedingung dieses Berufs.
Fehlt ein Monteur, verteilt sich diese Bereitschaft auf weniger Schultern. Zusätzlich bezahlte Bereitschaftszeiten und Einsätze erfassen Sie in der zweiten Zeile.
Ob Ihr Team diese Last auf Dauer tragen kann, zeigt keine Formel. Die Frage gehört trotzdem in Ihre Abwägung.
Wie viele Monate Sie ansetzen: 167 Tage im Bundesschnitt und was die BA damit misst
Den Monatswert multiplizieren Sie mit der Zahl der Monate, die eine Stelle offen bleibt. Als Anhaltspunkt dient die Vakanzzeit der BA.
Über alle Berufe waren gemeldete Stellen 2025 im Schnitt 167 Tage vakant (Bundesagentur für Arbeit, Stand: September 2026).
Das entspricht rund fünfeinhalb Monaten.
Der Wert gilt für ganz Deutschland und für alle Berufe zusammen. Er umfasst außerdem ausschließlich Stellen, die der BA gemeldet wurden.
Einen eigenen Wert für Aufzugsmonteure oder für Bochum enthält diese Veröffentlichung nicht. Nutzen Sie die Zahl deshalb als Orientierung und ersetzen Sie sie, sobald Sie eigene Werte haben. Wie lange Ihre letzte Besetzung gedauert hat, wissen Sie selbst am besten.
Was die Vakanzzeit misst und was sie auslässt
Die BA misst die Zeitspanne zwischen dem gewünschten Besetzungstermin und dem Abgang der Stelle aus ihrer Statistik (BA-Monatsbericht, abgerufen im September 2026).
Die Zählung endet also, sobald die Stelle abgemeldet ist.
Die Einarbeitung danach ist darin nicht enthalten. Beim Aufzugsmonteur kann genau diese Zeit ins Gewicht fallen.
Warum Quereinsteiger die Rechnung verlängern
Einen eigenen Ausbildungsberuf Aufzugsmonteur gibt es nicht. Nach BERUFENET erwarten Arbeitgeber häufig eine metall- oder elektrotechnische Ausbildung. Als Zugangsberufe nennt die Datenbank unter anderem:
- Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
- Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme
- Konstruktionsmechaniker
- Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik
Bewerber aus diesen Berufen bringen die Grundlagen mit. Die Arbeit an Aufzugsanlagen lernen sie in Ihrem Betrieb.
Wie lange das dauert, hängt von Ihren Anlagen und vom Vorwissen der Person ab. Eine verlässliche Durchschnittszahl dafür nennen die hier genutzten Quellen nicht.
Setzen Sie deshalb Ihre eigene Einschätzung aus früheren Einstellungen an. In dieser Zeit zahlen Sie das Gehalt bereits, eine Einsparung wie in der dritten Zeile gibt es also nicht mehr.
Ihre Gesamtrechnung: Monatswert mal Monate bis zur Besetzung. Dazu kommt für jeden Monat der Einarbeitung der Teil des Deckungsbeitrags, den die neue Kraft noch nicht erbringt, und die Zeit, die erfahrene Mitarbeiter für die Einarbeitung aufwenden.
Wo der Hebel liegt: die Zahl der Monate, nicht die Formel
Ihre Rechnung hat zwei Stellschrauben.
Den Monatswert bestimmen Ihre Aufträge und Ihr Notdienst. Die Zahl der Monate dagegen hängt davon ab, wie Sie suchen.
Eine Stellenanzeige erreicht Monteure, die gerade aktiv eine Stelle suchen. Fachkräfte, die zufrieden in einem anderen Betrieb arbeiten, sehen sie womöglich nie.
Prüfen Sie außerdem, welche Berufe Sie zulassen. BERUFENET nennt als Besetzungsalternativen mit kurzer Einarbeitung zum Beispiel Betriebsschlosser und Metallbauer der Fachrichtung Anlagen- und Fördertechnik.
Wenn Sie solche Wege im Anforderungsprofil ausdrücklich offenhalten, vergrößern Sie den Kreis, den Sie ansprechen können. Wie Sie das als Arbeitgeber aufbauen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Mitarbeitergewinnung.
An der zweiten Stellschraube, der Zahl der Monate, setzen wir mit FokusFachkraft an. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 spricht passende Fachkräfte in Ihrer Region gezielt an, auch jene, die gerade nicht suchen. Mit dieser Methode arbeiten bereits 450+ Fachbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung; Beispiele aus anderen Betrieben zeigen unsere Kundenergebnisse. Welche Monteure in Bochum und Umgebung für Ihren Betrieb erreichbar sind, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch.
Ihr nächster Schritt: den Monatswert einmal mit echten Zahlen ausrechnen






