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6
min.
04.08.2026

Sollten Bremer Speditionen LKW-Fahrer selbst ausbilden oder bei 113 offenen Stellen teuer abwerben?

Gehaltsspannen, Ausbildungskosten und der Kanal, der auch nicht-suchende Fahrer erreicht

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Inhaltsverzeichnis

Darum geht es in diesem Artikel

In Bremen waren am 17. September 2025 laut StepStone 113 Stellen für LKW-Fahrer im Nahverkehr offen – Sie konkurrieren also mit über hundert anderen Anzeigen um jeden Fahrer mit CE-Schein. Zwei Auswege liegen auf dem Tisch: selbst ausbilden oder fertige Fahrer abwerben. Beide sind teurer, als die erste Rechnung zeigt – und keiner ist so eindeutig, wie er klingt.

Zwei Wege aus 113 offenen Stellen – und beide kosten mehr als gedacht

Am 17. September 2025 waren in Bremen 113 Stellen für LKW-Fahrer im Nahverkehr offen (Quelle: StepStone). Für eine mittelständische Spedition im Güterverkehrszentrum heißt das konkret: Jeder Fahrer mit Führerschein Klasse CE und gültiger Schlüsselzahl 95 – dem gesetzlichen Nachweis der Berufskraftfahrer-Qualifikation – wird von über hundert Betrieben gleichzeitig umworben. Zwei Strategien stehen im Raum, und beide binden Geld an unterschiedlichen Stellen.

Der ehrliche Blick vorweg: Ausbilden legt Kapital über drei Jahre fest, ohne dass in dieser Zeit eine Tour gefahren wird. Abwerben verlangt ein Gehalt oberhalb dessen, was der bisherige Arbeitgeber zahlt – und der zieht in der Regel nach. Bevor Sie sich festlegen, lohnt der nüchterne Vergleich.

Option 1: Selbst ausbilden über die Handelskammer Bremen

Die Handelskammer Bremen bietet die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer an, in der Auszubildende Transport- und Logistikketten disponieren und koordinieren lernen (Quelle: IHK Bremen). Sie bekommen also keinen fertigen Fahrer, sondern bauen ihn über drei Jahre selbst auf – inklusive Führerscheinerwerb und Bindung an Ihren Betrieb. Der Preis dafür ist Zeit: Wer heute einen Ausbildungsvertrag unterschreibt, hat frühestens 2028 einen einsatzfähigen Fernfahrer.

Option 2: Fertige Fahrer über Jobbörsen abwerben

Der zweite Weg ist schneller, aber der Preis steht direkt im Markt. Fertige Fahrer sitzen fast alle in einem Arbeitsverhältnis – Sie kaufen sie nur über ein besseres Angebot. Und Bremer Stellenanzeigen bewerben bereits offensiv Montage- und Übernachtungspauschalen, moderne eigene Zugmaschinen und unbefristete Verträge. Wer hier nur eine Anzeige schaltet, konkurriert mit exakt denselben Benefits wie hundert andere.

Für Bremer Speditionen ist bei 113 offenen Fahrerstellen weder reines Ausbilden noch reines Abwerben die schnelle Lösung: Die Ausbildung bindet drei Jahre Kapital, das Abwerben treibt das Gehalt über den Marktschnitt von rund 36.600 Euro – planbar wird die Besetzung erst über einen Weg, der auch nicht-suchende Fahrer erreicht.
Quelle
StepStone (2025)

Berufskraftfahrer-Gehalt in Bremen: warum die Zahlen von 30.000 bis 42.800 Euro streuen

Das durchschnittliche Jahresgehalt für einen LKW-Fahrer in Bremen liegt laut StepStone bei 36.600 Euro, mit einer Spanne von 30.000 bis 42.800 Euro (rund 3.050 Euro brutto im Monat). Für Sie bedeutet das: Einen erfahrenen CE-Fahrer bewegen Sie kaum unter dem oberen Drittel dieser Spanne – ein Einstiegsangebot am unteren Rand fällt im direkten Vergleich sofort durch.

Die zweite Zahl macht die Verunsicherung greifbar: Jooble ermittelt aus 585 Bremer Reallöhnen 40.341 Euro im Jahr – rund 3.700 Euro mehr als der StepStone-Schnitt für dieselbe Stadt. Diese Streuung ist kein Rechenfehler, sondern das eigentliche Problem: Weil am Markt so unterschiedliche Zahlen kursieren, fällt es Spediteuren schwer, ein glaubwürdiges Lohnangebot zu formulieren, das weder zu niedrig noch unnötig teuer ist. Als Faustregel für Bremen: Orientieren Sie sich beim Fernverkehr am oberen Ende, beim Nahverkehr an der Mitte – und machen Sie die Pauschalen im Angebot sichtbar, nicht das nackte Grundgehalt.

Ausbilden oder abwerben: der direkte Vergleich für Ihre Spedition

Die folgende Tabelle stellt beide Wege plus die systematische Variante gegenüber – entlang der vier Fragen, die eine Fahrerstelle entscheiden: Kosten, Zeit bis zur Besetzung, Kontrolle und Qualität beziehungsweise Risiko.

WegKostenZeit bis BesetzungKontrolleQualität / Risiko
Selbst ausbilden (IHK Bremen)Ausbildungsvergütung + Führerschein über 3 Jahreca. 3 Jahre bis zum einsatzfähigen FahrerHoch – Sie formen Fahrer und Bindung selbstGeringes Qualitätsrisiko, aber langer Kapitaleinsatz
Fertige Fahrer abwerbenGehalt oberhalb Marktschnitt (36.600–42.800 €) + BenefitsWochen bis Monate, stark vom Angebot abhängigMittel – Sie kaufen im Wettbewerb einFluktuationsrisiko: wer für Geld kommt, geht für Geld
Systematische GewinnungPlanbarer Prozess statt Einzelmaßnahme⌀ 26 Tage bis zur BesetzungHoch – auch passive Fahrer werden erreichtScreening auf Eignung, Pendelbereitschaft, Verfügbarkeit

Pro und Contra – ehrlich abgewogen

Selbst ausbilden. Dafür spricht die Bindung: Ein Fahrer, den Sie ausgebildet haben, kennt Ihre Touren, Ihre Kunden am Überseehafen und bleibt statistisch länger. Dagegen spricht der Zeithorizont – drei Jahre helfen Ihnen nicht, wenn heute zwei Zugmaschinen ohne Fahrer stehen. Ausbildung ist Nachwuchsstrategie, keine Notfalllösung.

Fertige Fahrer abwerben. Dafür spricht die Geschwindigkeit: Der Fahrer kann in Wochen fahren. Dagegen spricht die Loyalität – wer allein wegen 200 Euro mehr wechselt, wechselt beim nächsten Angebot wieder. Und Sie erreichen über eine Anzeige nur die Fahrer, die gerade aktiv suchen; der weit größere Teil sitzt zufrieden im Führerhaus und liest keine Jobbörse.

Unsere Empfehlung fällt klar aus – gestaffelt nach Betriebsgröße

Es gibt keine Universalantwort, aber eine klare Staffelung. Wer regelmäßig Fahrer braucht und langfristig plant, sollte parallel ausbilden – ein bis zwei Ausbildungsplätze pro Jahr über die Handelskammer Bremen sichern Ihnen Nachwuchs, der Ihren Betrieb von innen kennt. Als alleinige Strategie reicht das aber nicht, denn es besetzt keine akute Lücke.

Wer dagegen jetzt eine oder mehrere Stellen offen hat, kommt ums Rekrutieren im Markt nicht herum – nur nicht über die reine Anzeige. Die Anzeige allein reicht nicht, weil sie nur die aktiv suchenden Fahrer erreicht und Sie damit im selben kleinen Teich fischen wie hundert Wettbewerber. Für einen 20- bis 50-Fahrer-Betrieb ohne eigene Personalabteilung heißt das: Sie brauchen einen Weg, der auch die nicht-suchenden Fahrer im Bremer Umland anspricht.

LKW-Fahrer in Bremen als Mitarbeiter finden: die systematische dritte Option

Genau hier setzen wir mit FokusFachkraft an. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 verbindet Employer Branding, KI-basiertes Regional Recruiting und smarte Prozesse – statt einer einzelnen Anzeige also einen durchgehenden Prozess. Das Prinzip dahinter ist digitale Mundpropaganda: Passende Fahrer im Bremer Einzugsgebiet werden aktiv angesprochen, und selbst wechselunwillige empfehlen geeignete Kollegen weiter. Aus einem regionalen Bewerberpool entstehen so typischerweise 8-10 qualifizierte Bewerbungen, bei ⌀ 26 Tage bis zur Besetzung – ein Recruiter ruft jeden Kandidaten persönlich an und prüft im telefonischen Bewerberscreening fachliche Eignung, Wechselwilligkeit, Verfügbarkeit und Pendelbereitschaft. Die Basis dafür: 450+ Fachbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Ergebnisse Sie in unseren Kundenergebnissen nachlesen können. Am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung – kein voller Posteingang, sondern eine besetzte Stelle. Wie das im Detail für Speditionen aussieht, zeigt unser Überblick zur systematischen Mitarbeitergewinnung.

In Bremen waren am 17. September 2025 im Nahverkehr 113 Stellen für LKW-Fahrer offen – über hundert konkurrierende Anzeigen um Fahrer mit CE-Schein und gültiger Schlüsselzahl 95.
Quelle
StepStone (17.09.2025)

Was Sie jetzt für Ihre Fahrerstellen einplanen sollten

Behandeln Sie Ausbildung und Rekrutierung als zwei getrennte Hebel: Ein bis zwei Ausbildungsplätze pro Jahr sichern langfristig Nachwuchs, lösen aber keine akute Lücke. Für die offenen Stellen jetzt brauchen Sie einen Weg, der auch die nicht-suchenden Fahrer im Bremer Umland erreicht – nicht nur die Anzeige. Prüfen Sie im Erstgespräch, wie sich Ihre konkrete Vakanz in ⌀ 26 Tage bis zur Besetzung übersetzen lässt.
Junger Mann sitzt an einem Holztisch und arbeitet mit einem Apple Laptop, während er lächelnd in die Kamera schaut.
FokusFachkraft Redaktionsteam
Fachlich geprüft

Wie viele offene LKW-Fahrer-Stellen gibt es aktuell in Bremen?

In Bremen waren am 17. September 2025 laut StepStone 113 Stellen für LKW-Fahrer im Nahverkehr offen. Für Speditionen bedeutet das einen intensiven Wettbewerb: Um jeden Fahrer mit CE-Schein und gültiger Schlüsselzahl 95 konkurrieren Sie mit über hundert weiteren Anzeigen gleichzeitig – ein reines Aufstocken der eigenen Anzeige reicht in dieser Lage selten.

Welches Gehalt muss ich als Bremer Spedition für einen LKW-Fahrer bieten?

Der Durchschnitt liegt laut StepStone bei 36.600 Euro im Jahr, mit einer Spanne von 30.000 bis 42.800 Euro; Jooble ermittelt aus 585 Bremer Löhnen sogar 40.341 Euro. Praktisch heißt das: Für erfahrene Fernfahrer sollten Sie das obere Drittel einplanen und Pauschalen im Angebot sichtbar machen, nicht nur das Grundgehalt.

Lohnt es sich, selbst über die Handelskammer Bremen auszubilden?

Als langfristige Nachwuchsstrategie ja: Die IHK Bremen bietet die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer an, und selbst ausgebildete Fahrer binden sich stärker an den Betrieb. Als Lösung für eine akute Vakanz taugt sie nicht, weil ein Ausbildungsvertrag erst nach rund drei Jahren einen einsatzfähigen Fahrer liefert.

Wie erreiche ich in Bremen auch Fahrer, die nicht aktiv auf Jobbörsen suchen?

Der größte Teil qualifizierter Fahrer sitzt zufrieden im Führerhaus und liest keine Stellenbörse. Diese passiven Kandidaten erreichen Sie nur über gezielte Direktansprache und Empfehlungen statt über die reine Anzeige. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 setzt genau hier über einen regionalen Bewerberpool und digitale Mundpropaganda an.

Welche Pflichten entstehen mir durch die Schlüsselzahl 95?

Der Nachweis der Berufskraftfahrer-Qualifikation (Schlüsselzahl 95) wird seit dem 23. Mai 2021 über einen gesonderten Fahrerqualifikationsnachweis geführt und muss regelmäßig durch Weiterbildung erneuert werden. Ein Vorteil beim Recruiting: Weiterbildungszeiten werden bei einem Arbeitgeberwechsel angerechnet, ein übernommener Fahrer beginnt also nicht bei null (Quelle: IHK Bremen).

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FAKT
Das durchschnittliche Jahresgehalt für LKW-Fahrer in Bremen liegt bei 36.600 Euro, mit einer Spanne von 30.000 bis 42.800 Euro; Jooble ermittelt aus 585 Reallöhnen sogar 40.341 Euro.
Quelle
StepStone / Jooble (2025)
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