Darum geht es in diesem Artikel
In Ludwigsburger Metallbaubetrieben entsteht der nächste Schweißer selten über eine Stellenanzeige, sondern am eigenen Schweißtisch. Der Kandidat sitzt oft schon in Ihrer Halle: ein Metallbauer, ein Schlosser oder ein Konstruktionsmechaniker, der Stahl liest und Nähte kennt. Der Grund ist einfach: Schweißer ist in Deutschland kein anerkannter Ausbildungsberuf (Quelle: stzgd.de). Was der erfahrenen Metallfachkraft dann noch fehlt, ist ein DVS-Schweißkurs von 1 bis 3 Monaten mit anschließender Prüfung.
Zwei Bremsen im Fachkräftemangel: warum Ihnen in Baden-Württemberg kein Schweißer zuläuft
Zwei Dinge machen den Schweißer-Aufbau zäh, und beide liegen nicht an Ihrem Betrieb. Die erste Bremse steckt im Beruf selbst. Weil es keine duale Erstausbildung zum Schweißer gibt, füllen Sie die Stelle nicht mit Berufsanfängern, sondern qualifizieren vorhandene Metallleute nach (Quelle: stzgd.de).
Die zweite Bremse ist der Wettbewerb um dieselben Köpfe. Allein auf einem einzigen Jobportal standen zuletzt 882 Schweißer-Stellen für ganz Baden-Württemberg (Quelle: Indeed, Jobportal-Aggregation, keine amtliche Statistik). Ihre Stellenanzeige konkurriert damit mit Hunderten fast gleicher Inserate um die wenigen, die gerade aktiv suchen.
Das allein reicht nicht mehr.
Aus welchen Metallberufen sich Schweißer als Quereinsteiger in Ludwigsburg aufbauen lassen
Die realistische Kandidatenbasis liegt in verwandten Metallberufen, die schon mit Stahl, Zeichnung und Werkstoff arbeiten. Je näher der Ausgangsberuf am geführten Schweißen liegt, desto kleiner die Lücke bis zum geprüften Schweißer. Aus welchen Berufen lohnt sich der Blick zuerst? Vor allem aus denen, die im Ausbildungsrahmen bereits regelmäßig geschweißt haben. Mehr zu unserer Arbeit im Metallbau lesen Sie separat.
Der Metallbauer: die kleinste Lücke, oft nur ein Monat
Der Metallbauer bringt am meisten mit. Er liest Stahlbauzeichnungen, kennt die gängigen Werkstoffe und hat das MAG-Schweißen, also das Schweißen unter aktivem Schutzgas, oft schon in der Ausbildung berührt. Ihm fehlt meist nur die geprüfte Verfahrensprüfung nach Norm, häufig innerhalb eines Monats zu schaffen.
Konstruktionsmechaniker und Schlosser: Stahlbau sitzt, der Prüfnachweis fehlt
Konstruktionsmechaniker fertigen Metallbaugruppen und schweißen im Ausbildungsrahmen bereits regelmäßig. Der klassische Schlosser bringt die handwerkliche Basis im Trennen und Umformen mit, hat aber oft weniger strukturierte Schweißpraxis am Bauteil. Beiden fehlt vor allem der aktuelle Prüfnachweis nach DIN EN ISO 9606, planbar in ein bis zwei Monaten.
Soll die Fachkraft zusätzlich das WIG-Schweißen sicher beherrschen, also das präzise Schweißen mit einer Wolframelektrode, verschiebt sich die Dauer eher an das obere Ende dieser Spanne. Für den reinen Stahlbau, in dem Sie vermutlich fertigen, ist das MAG-Verfahren meist wichtiger und der Weg damit kürzer.
Industriemechaniker und KFZ-Mechatroniker: mehr Schweißpraxis nachzuholen
Diese beiden sitzen weiter vom geführten Schweißen entfernt. Ein Industriemechaniker kommt aus Montage und Zerspanung, ein KFZ-Mechatroniker hat höchstens punktuell an der Karosserie geschweißt. Beide haben das Metallgefühl, brauchen aber die breitere Schweißpraxis und die Prüfung, realistisch zwei bis drei Monate. Wie groß die Lücke pro Herkunftsberuf ausfällt, sehen Sie in der Übersicht.
In den regionalen DVS-Kursstätten üben Ihre Leute an genau den Verfahren, die im Ludwigsburger Stahlbau zählen. Geschult wird an MSG-Schweißgeräten, also am Metall-Schutzgas-Schweißen, häufig auf Anlagen der Marke Lorch, ergänzt um WIG-Plätze für die feineren Nähte. Viele Kursstätten setzen zusätzlich einen Schweißsimulator mit 3D-Brille ein. Der zeichnet jede Bewegung auf und stellt Soll und Ist gegenüber. Das verkürzt gerade bei Quereinsteigern die teure Zeit am echten Material.
Was jeder Herkunftsberuf mitbringt und was ihm fehlt
Die folgende Übersicht ordnet jeden Ausgangsberuf danach, was direkt trägt und was bis zum Schweißerpass nachzuholen ist. Die Dauer ist ein Richtwert aus DVS-Kursstätten und hängt von den Vorkenntnissen ab (Quelle: HWK Reutlingen).
| Herkunftsberuf | Was direkt trägt | Was noch fehlt | Dauer bis Schweißerpass |
|---|---|---|---|
| Metallbauer | Zeichnung lesen, Werkstoffe, MAG-Grundlagen | Geprüfte Verfahrensprüfung nach Norm | rund 1 Monat |
| Konstruktionsmechaniker | Stahlbau, regelmäßige Schweißpraxis | Aktueller Nachweis nach DIN EN ISO 9606 | 1 bis 2 Monate |
| Schlosser | Handwerkliche Basis, Trennen und Umformen | Strukturierte Schweißpraxis und Prüfung | rund 2 Monate |
| Industriemechaniker | Metallverständnis, Montageerfahrung | Breitere Schweißpraxis und Prüfung | 2 bis 3 Monate |
| KFZ-Mechatroniker | Metallgefühl, punktuelle Schweißerfahrung | Zeichnung lesen, Schweißpraxis, Prüfung | bis zu 3 Monate |
Der Schweißerpass nach DIN EN ISO 9606 kostet Ihren Betrieb dauerhaft Zeit
Der Schweißerpass ist nicht einmal erledigt, sondern ein laufender Posten. Ein DVS-Schweißkurs führt je nach Vorkenntnissen in ein bis drei Monaten zur Prüfung nach DIN EN ISO 9606, dem europäischen Standard für Schweißerprüfungen (Quelle: HWK Reutlingen). Regionale DVS-Kursstätten wie die in Schwäbisch Gmünd oder die Bildungsakademie der Handwerkskammer Reutlingen in Tübingen nehmen diese Prüfung ab.
Die Bescheinigung gilt danach nur zwei Jahre. Damit sie gültig bleibt, muss Ihre Schweißaufsicht sie alle sechs Monate schriftlich bestätigen (Quelle: HWK Reutlingen). Das ist überschaubar, aber wiederkehrend, und jemand in Ihrem Betrieb muss die Frist im Blick behalten.
Für Ludwigsburger Betriebe liegt die Zuständigkeit bei der IHK Region Stuttgart, die den Landkreis Ludwigsburg betreut und bei Weiterbildungsfragen Ansprechpartner ist (Quelle: IHK). Die Prüfung selbst nehmen DVS-zertifizierte Kursstätten ab. Achten Sie darauf, dass die Kursstätte nach DVS-PersZert zertifiziert ist. Das ist der Qualitätsnachweis, auf den Ihre Auftraggeber im Stahlbau später schauen.
Wer erledigt diese halbjährliche Bestätigung bei Ihnen? In den meisten Metallbaubetrieben ist es die verantwortliche Schweißaufsichtsperson, die den Termin überwacht und dokumentiert.
Vom geprüften Schweißer zur Schweißaufsicht: der Weg, der Ihre Leute hält
Der Schweißerpass ist der Anfang, nicht das Ende. Hat die Fachkraft die Prüfung nach DIN EN ISO 9606 bestanden, kann sie über den DVS-IIW/EWF Internationalen Schweißer weiter zum Schweißfachmann und später zum Schweißtechniker aufsteigen. An der Spitze dieser Kette steht der Schweißfachingenieur.
Warum das für Sie zählt? Jede dieser Stufen ist ein Grund zu bleiben. Ein Metallbauer, den Sie erst zum Schweißer und dann Richtung Schweißaufsicht entwickeln, wechselt seltener zu einem der Betriebe, die gerade Hunderte Stellen gleichzeitig ausschreiben. Sie bauen sich damit langfristig die Person auf, die später selbst den halbjährlichen Nachweis Ihrer Schweißerpässe bestätigt.
Was Sie zahlen müssen, wenn Sie Schweißer in Baden-Württemberg aufbauen wollen
In der Schweißtechnik liegt der Durchschnittsverdienst in Baden-Württemberg bei rund 41.760 Euro im Jahr, also etwa 3.480 Euro brutto im Monat (Quelle: jobvector, 2026). Für einen Betrieb wie Ihren bedeutet das, dass es unter diesem Wert im Wettbewerb um erfahrene Leute schwer wird.
Einsteiger starten bei rund 37.584 Euro im Jahr (Quelle: jobvector, 2026). Interessant wird der Vergleich nach oben. Der allgemeine Vollzeit-Durchschnitt in Baden-Württemberg lag im April 2025 bei 5.034 Euro brutto im Monat (Quelle: Statistisches Landesamt BW).
Ein zweiter Anker ist der Tarif im Metallhandwerk. Der Ecklohn für Metallbauer in Baden-Württemberg liegt bei 3.434,63 Euro im Monat, gültig seit Mitte 2025 (Quelle: handwerkerjobkit). Die Entgelte steigen weiter, zum Sommer 2026 um weitere 3,1 Prozent (Quelle: IG Metall). Entwickeln Sie eine vorhandene Metallfachkraft zum geprüften Schweißer, sollten Sie diesen Schritt auch im Lohn sichtbar machen, sonst nimmt der Nachbarbetrieb die Investition mit.
Ein Engpassberuf, der deutlich unter dem Landesschnitt liegt, zieht nur, wenn Sie neben dem Lohn etwas draufpacken. Das kann die Übernahme der Schweißzertifikat-Kosten sein. Auch hochwertige Schutzausrüstung und ein spürbarer Bonus auf geprüfte Nähte wirken. Wie Sie daraus ein attraktives Job-Angebot bauen, zeigt unser Leitfaden.
Der Druck bleibt hoch. Laut IHK-Fachkräftemonitor bleiben in Baden-Württemberg schon heute rund 175.000 Stellen unbesetzt (Quelle: IHK). Bis 2035 könnte sich diese Zahl auf bis zu 379.000 mehr als verdoppeln, besonders in gewerblich-technischen Berufen.
Warum die Stellenanzeige allein Ihren Schweißer nicht mehr findet
Zwei Wege liegen für Sie nahe, und beide greifen zu kurz, wenn sie allein stehen. Die Stellenanzeige auf den Jobplattformen erreicht nur die wenigen, die gerade aktiv suchen, und geht neben den 882 parallelen Inseraten in Baden-Württemberg unter. Die reine interne Nachqualifizierung wiederum bindet ein bis drei Monate Kapazität und lässt die Frage offen, wen Sie überhaupt aufbauen.
Was in dieser Lage trägt, ist die gezielte, direkte Ansprache passender Leute aus den verwandten Metallberufen, auch solcher, die gerade gar nicht aktiv suchen, kombiniert mit einer regionalen DVS-Kursstätte für die Zusatzqualifizierung. Den Kurs selbst geben nicht wir, sondern die Kursstätte und Ihr Betrieb. Was davor liegt, ist die eigentliche Arbeit: die passende Fachkraft überhaupt zu finden und vorzuqualifizieren.
Diese Vorarbeit, aus Ludwigsburg und dem Umland die passenden Metallleute zu finden und telefonisch auf ihre Eignung zu prüfen, ist unser Teil bei FokusFachkraft. Unsere Methode Mitarbeiter-Maschine 2.0 bündelt einen sichtbaren Arbeitgeberauftritt, im Fachjargon Employer Branding, die gezielte Ansprache passender Metallfachkräfte in Ihrer Region und einen festen Ablauf bis zur telefonischen Vorauswahl. Im telefonischen Bewerberscreening prüfen wir vorab die fachliche Eignung und ob jemand wirklich wechseln will und den Weg nach Ludwigsburg pendeln würde.
Über unsere Mitarbeiter-Maschine 2.0 entstehen nach unseren Erfahrungswerten typischerweise 8 bis 10 qualifizierte Bewerbungen je Position. Der Erfahrungswert über alle betreuten Positionen liegt bei durchschnittlich 26 Tagen bis zur Besetzung, nachzulesen in unseren Kundenergebnissen. Wir arbeiten heute mit 450+ Fachbetrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und am Ende steht mindestens eine vertraglich garantierte Einstellung.
Am schnellsten entsteht Ihr nächster Schweißer aus einem Metallbauer oder Konstruktionsmechaniker, den ein DVS-Kurs in ein bis zwei Monaten zum geprüften Schweißer macht. Der erste Schritt ist nicht der Kurs, sondern die passende Person dafür zu finden.
Lassen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch klären, aus welchem Berufsbild sich Ihr nächster Schweißer am schnellsten aufbauen lässt.
Ihr schnellster Weg zum geprüften Schweißer







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