Schweißer aus dem Ausland Siegen: Fahrplan zur ISO-9606-Anerkennung im Stahlbau in 155 Tagen

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FokusFachkraft Redaktionsteam
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Woran der Einsatz eines ausländischen Schweißers wirklich hängt

Bevor wir über Zeitpläne reden, drei ehrliche Bremsen. Erstens: die Umschreibung der Schweißerprüfung nach ISO 9606. Ein Zertifikat aus Serbien oder Tunesien ist kein automatischer Freifahrtschein für eine tragende Naht nach DIN EN 1090. Zweitens: das Visum. Ohne Berufsanerkennung kein Fachkräfteaufenthalt aus dem Drittstaat. Drittens: die Sprache – ein Schweißer muss eine WPS und eine sicherheitsrelevante Arbeitsanweisung lesen können, sonst wird die schönste 141er-Prüfung wertlos. Diese drei Dinge lassen sich nacheinander abarbeiten. Dann dauert es ein Jahr. Oder parallel. Dann sind es die genannten 155 Tage.

Der Denkfehler vieler Siegerländer Betriebe: Sie warten auf die Anerkennung, bevor sie das Visum anstoßen. Genau dieses serielle Vorgehen kostet die Wochen, die Sie nicht haben, während SMS group in Hilchenbach und EJOT in Bad Berleburg um dieselben Fachkräfte werben.

Schritt 1: Kandidaten vorauswählen und die ISO-9606-Eignung im Herkunftsland prüfen

Zuständig sind hier Sie beziehungsweise Ihr Rekrutierungspartner – keine Behörde. Der entscheidende Filter ist nicht der Lebenslauf, sondern das reale Schweißverfahren. Für den Siegerländer Schwerstahlbau brauchen Sie in der Regel 135/136 (MAG) und 141 (WIG), oft ergänzt um Unterpulverschweißen. Lassen Sie sich vor jeder Visumsplanung eine Werkstückprobe oder ein Video einer laufenden Kehlnaht zeigen. Ein Kandidat mit gültigem, aber verfahrensfremdem Pass ist teurer als keiner. Wer hier sauber vorselektiert, spart sich später die Nachprüfung bei der SLV.

Schritt 2: Die Berufsanerkennung über die IHK FOSA anstoßen

Für den reglementierten Zugang und für die meisten Fachkräftevisa ist die Anerkennung der Berufsqualifikation die Eintrittskarte. Zuständige Stelle für gewerblich-technische Berufe ist die IHK FOSA, das Portal dazu ist anerkennung-in-deutschland.de. Laut anerkennung-in-deutschland.de ist diese Gleichwertigkeitsprüfung Voraussetzung für viele Fachkräftevisa aus Drittstaaten. Rechnen Sie hier mit rund drei Monaten – ab Vollständigkeit der Unterlagen. Genau deshalb muss dieser Antrag zuerst raus, während Sprache und Visumstermin schon laufen. Wichtig: Der Metallberuf selbst ist in Deutschland nicht reglementiert, aber die formale Bewertung glättet den Visumsweg erheblich.

Schritt 3: Das Fachkräftevisum — welcher Weg für welchen Schweißer

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat den Zugang seit 2023/2024 spürbar geöffnet, so make-it-in-germany.com. Zuständig ist die deutsche Auslandsvertretung im Herkunftsland, im Inland die Ausländerbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein. Welcher der drei Wege passt, hängt vom Kandidatenprofil ab:

WegVoraussetzungGeeignet für
Fachkräftevisum (§18a/b)anerkannte Berufsqualifikationausgebildete Schweißer mit gleichwertigem Abschluss
AnerkennungspartnerschaftEinreise vor Abschluss der Anerkennung, Vertrag mit BetriebKandidaten, deren Anerkennung noch läuft
Beschleunigtes FachkräfteverfahrenAntrag des Arbeitgebers bei der Ausländerbehörde, Gebühreilige Besetzungen – kürzeste Terminwege

Für einen Stahlbaubetrieb, der die Kabine offen hat, ist das beschleunigte Fachkräfteverfahren fast immer die richtige Wahl: Sie treiben das Verfahren aus Siegen heraus, statt auf den Botschaftstermin des Kandidaten zu hoffen.

Schritt 4: ISO-9606-Prüfung umschreiben oder neu ablegen bei der SLV

Jetzt der Punkt, an dem generische Ratgeber schweigen. Für tragende Stahlkonstruktionen schreibt die DIN EN 1090 – so der DVS – zwingend gültige Schweißerqualifikationen nach ISO 9606 vor. Zuständig sind die DVS-/SLV-Kursstätten in NRW. Ein ausländischer Prüfungsnachweis wird nicht immer 1:1 anerkannt; oft ist eine Umschreibung oder eine erneute verfahrensbezogene Prüfung nötig, damit Ihr WPK-System nach EN 1090 sauber bleibt. Planen Sie zwei bis vier Wochen ein – und legen Sie diese Prüfung nach Möglichkeit in die Zeit, in der der Kandidat ohnehin schon auf sein Visum wartet. Das ist die eigentliche Kunst des 155-Tage-Fahrplans: Anerkennung, Visum und Schweißprüfung überlappen sich, statt sich zu stapeln.

Was der Weg kostet – und was ein leerer Platz kostet

Reden wir über Geld. Ein ausländischer Schweißer kostet Sie in der Region kein Sonderpreis-Gehalt, sondern den Marktpreis: Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (2025) liegen die Einstiegsgehälter im Raum Siegen bei 2.550 bis 2.900 Euro brutto, mit ISO-9606-Prüfung und Erfahrung bei 3.000 bis 3.500 Euro, mit Schweißfachmann- oder Meisterbrief bei 3.600 bis 4.300 Euro. Das Siegerland liegt damit etwa 3 bis 5 Prozent über dem Bundesschnitt – Folge der hohen Betriebsdichte im Stahl- und Anlagenbau. Wer hier 200 Euro unter Markt bietet, verliert den Mann an den nächsten Anlagenbauer, bevor der Werkvertrag getrocknet ist.

Dazu kommen Anerkennungs-, Visums- und Prüfungsgebühren sowie Sprachkurs und Reise – ein überschaubarer vierstelliger Betrag pro Kopf. Halten Sie das gegen die andere Rechnung: 155 Tage Vakanzzeit bedeuten fünf Monate, in denen eine Schweißkabine keine Baustahl-Meter produziert und Aufträge nach EN 1090 nicht abgearbeitet werden. Diese Zahl schlägt jede Gebühr.

Genau hier bündelt FokusFachkraft die vier Schritte zu einem Prozess: Vorauswahl inklusive Verfahrensnachweis, Anerkennung über die IHK, beschleunigtes Visumsverfahren und die Terminierung der ISO-9606-Umschreibung – begleitet bis an Ihre Naht. Statt Blindflug über fünf Monate liegt die durchschnittliche Vermittlungszeit bei rund 26 Tagen bis zur belastbaren Zusage, gestützt auf über 450 verifizierte Platzierungen. Den Rest – Anerkennung und Umschreibung – laufen wir parallel, während der Kandidat schon einreist.

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